| HPZs Power-Letter Nr. 188 (11.11.2011 11:11 Uhr) |
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| Das findest Du in diesem Power-Letter... |
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1. |
Hallo, liebe Freunde... |
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2. |
Rede für Politiker des Neuen Zeitalters |
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3. |
Depression - die neue Epidemie |
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| 1. Hallo, liebe Freunde... |
Einen Newsletter am 11.11.11 um 11 Uhr 11 zu verschicken, lasse ich mir natürlich nicht entgehen. Und dann trägt er
erst noch die Feng-Shui-Glückszahl 88 in sich. Mal sehen, ob mein Newsletter-Dienst www.webmart.de
es schafft, sämtliche Aufträge zu diesem Datum rechtzeitig zu erledigen.
Speziell zu diesem Anlass habe ich ein
altes Schmankerl ausgegraben: Im November 1995, also vor genau 16 Jahren, schrieb ich eine "Rede für Politiker des
Neuen Zeitalters". Wie sehr ich meiner Zeit voraus war, könnt Ihr gleich selbst beurteilen... |
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| 2. Rede für Politiker des Neuen Zeitalters |
(geschrieben im November 1995)
Meine sehr verehrten Damen und Herren
Wir befinden uns mitten im Wahlkampf.
Haben Sie sich schon einmal überlegt, was das bedeutet? Wir befinden uns im Kampf. Was bekämpfen wir denn? Unsere Partei
propagiert, dass wir für etwas kämpfen anstatt gegen etwas. Hat Sie das nicht stutzig gemacht?
Kampf bedingt doch
immer einen Gegner, sonst ist es kein Kampf. Und wenn wir vorgeben, für etwas zu kämpfen, dann ist das reine
Schönfärberei. Was also bekämpfen wir?
Kann es sein, dass wir den politischen Gegner bekämpfen, der ebenfalls nur
das Beste für Sie alle will? Wenn er nur das Beste will, warum bekämpfen wir ihn dann? Weil er nicht die Wahrheit
sagt? Weil er nur auf sein sicheres Beamtengehalt aus ist? Wer garantiert Ihnen denn, dass das bei mir nicht auch der
Fall ist? Ein Mensch, der sich auf einen solch sinnlosen Kampf einlässt, der kann doch nicht besonders brauchbar sein.
Groucho Marx hat einmal treffend gesagt, er würde nie einem Club beitreten, der ihn als Mitglied akzeptiere. Ich bin
versucht, etwas Ähnliches auszusprechen: Ich würde nie ein Volk regieren wollen, das mich als Regierungsmitglied gewählt
hat. Und warum nicht, möchten Sie wissen? Weil wir davon ausgehen können, dass das Volk aufgrund der Wahlkampagne
entscheidet. Kampagne ist nur ein schöneres Wort für Kampf. Wer über mehr Waffen verfügt, der macht das Rennen. Und es
hilft uns nichts, wenn wir beschönigen wollen und sagen, es kommt auch noch auf die Geschicklichkeit an, mit der man die
Waffen einsetzt. Es ist und bleibt ein Kampf.
Ich möchte nichts mit Kampf zu tun haben. Daher sehe ich eigentlich
auch keine Chance, dass Sie mich jemals wählen könnten. Wenn ich hier dennoch vor Ihnen stehe und zu Ihnen spreche, so
vermutlich nur, um mein Ego zu befriedigen, um Ihnen zu beweisen, dass ich logisch denken kann und dass ich anders bin
als alle anderen. Damit habe ich mich allerdings wiederum als Kämpfer ausgewiesen, so dass meine Wahlchancen wieder
etwas gestiegen sein dürften.
Dann muss ich wohl mit schärferem Geschütz auffahren. Unsere Partei hat Ihnen ein
Wahlversprechen gemacht. Ich weiss nicht einmal genau, was wir Ihnen versprochen haben, so sehr langweilen mich diese
Sprüche. Im Vertrauen gesagt, sie kamen noch nie aus unseren eigenen Reihen, sondern von mehr oder weniger geschickten
PR-Büros. Wahlversprechen langweilen mich vor allem aus einem Grund: Es gibt nichts zu versprechen. Wenn Sie glauben,
dass wir Politiker Ihnen alle Probleme abnehmen sollten, dann haben Sie es verdient, uns an Ihrer Spitze zu
haben.
Das Wort "Problem" ist eine lateinisch-griechische Wortkombination und heisst "das
Vorgelegte" oder "die Aufgabe". Wie kommen Sie eigentlich darauf, dass wir Politiker all Ihre Aufgaben
für Sie erledigen sollten? Ich bin der Meinung, wenn wir schon mit Wahlversprechen um uns werfen wollen, dann
sollten sie auf Gegenseitigkeit beruhen. Wir versprechen Ihnen, dass wir Sie nicht belügen. Und Sie versprechen uns,
dass Sie aktiv an unseren gemeinsamen Aufgaben mitarbeiten.
Man liest in der östlichen Literatur von sieben
Bewusstseinsstufen, auf denen ein Mensch operieren kann.
Die unterste Stufe ist diejenige der Sicherheit. Viele
Menschen operieren nur aus einem Sicherheitsbedürfnis heraus. Ja nichts verändern, alles soll so bleiben, wie es ist.
Lieber das Unangenehme, das man kennt, als etwas Neues, das man nicht kennt. Solche Menschen haben bekanntlich nicht
sehr viel Energie.
Die zweite Stufe ist diejenige der Sinnlichkeit. Der Mensch will sinnliche Erlebnisse haben.
Er will Neues sehen, hören, riechen, fühlen und schmecken. Essen ist ein sinnliches Erlebnis, ein Theater- oder
Kinobesuch, und selbstverständlich auch der Sex. Sinnlichkeitssüchtige Menschen haben schon etwas mehr Energie als
solche, die vom Sicherheitsdenken geprägt sind. Allerdings handelt es sich hier um sehr kurzlebige Energiestösse. Auch
Sinnlichkeit verlangt nach permanenter Steigerung.
Die dritte Stufe ist die Stufe der Macht. Wer es schafft,
Einfluss auf andere Menschen zu haben, der verfügt über noch mehr Energie als die Sinnlichkeits- und die
Sicherheitsbedürftigen. Das ist die Bewusstseinsstufe der meisten Politiker. Und hier liegt auch der Grund, warum
Politiker in der Regel mit sehr wenig Schlaf auskommen. Machtkämpfe liefern Energie. Machtkämpfe halten
wach. Selbstverständlich sinken auch Politiker ab und zu auf die Sinnlichkeits- oder gar auf die Sicherheitsstufe.
Aber die unteren beiden Stufen sind bei den meisten so sehr befriedigt, dass sie ihnen nicht mehr viel abgewinnen
können. Ausserdem: Ein Politiker, dem nach sinnlichen Erlebnissen dürstet, hat wenig Chancen beim nächsten Wahlkampf.
Das hat uns die Geschichte bereits mehrfach gezeigt.
Ich möchte hier nur noch die vierte Stufe ins Feld führen,
nämlich die Bewusstseinsstufe der Liebe. Sie wissen natürlich alle, was Liebe ist. Wenn es Ihnen noch unklar ist, gehen
Sie ins nächste Schallplattengeschäft und kaufen Sie sich ein paar deutsche Schlager. Da wird man Ihnen sagen, was Liebe
ist:
"Schon der Gedanke, dass ich dich einmal verlieren könnt, dass dich ein and'rer Mann einmal
sein eigen nennt, er macht mich traurig, weil du für mich die Erfüllung bist, was wär' die Welt für mich, ohne
dich? Uhuuuh, uhuuuh..." etc.
Das hat er vor zehn Jahren zu ihr gesagt. Mittlerweile klingt es
anders, nur hat er leider daraus keinen Schlager gemacht:
"Du bist nicht mehr die Frau, die ich geheiratet
habe. Ich bin zutiefst enttäuscht von dir. Da habe ich gemeint, ich hätte ein Juwel gefunden. Und was bist du?
Ein Stück Dreck. Ich habe mich so danach gesehnt, eine problemlose Ehe zu führen. Aber du lieferst mir ein Problem
nach dem anderen. Ich reiche die Scheidung ein."
Sie haben es schon gemerkt: Ich teile diese Definition
von Liebe nicht. Was aber ist Liebe? Für mich ist Liebe das pure Gegenteil von Sicherheitsdenken, Sinnlichkeitssucht
und Machtgier. Liebe hat mit Loslassen zu tun. Was aber tun wir Politiker die ganze Zeit? Wir versuchen zu
vergewaltigen. Und Vergewaltigung hat nun gar nichts mit Liebe zu tun, da werden Sie sicher mit mir einig
gehen.
Ich setze ebenfalls Ihr Einverständnis voraus, wenn ich behaupte: Eine Politik, die von Sicherheitsdenken,
Sinnlichkeitssucht oder Machtgier geprägt ist, führt in den Abgrund. Dann wäre die logische Konsequenz, dass wir
Politiker auf der Stufe der Liebe operieren müssten. Rein energetisch würde das die besten Resultate bringen. Aber
stellen Sie sich einen Politiker vor, der uns erzählt, er fälle seine Entscheidungen immer aus Liebe. Glauben Sie, dass
der wiedergewählt würde?
Ich will Ihnen noch einen weiteren Grund liefern, der es Ihnen erleichtern wird, mich
nicht zu wählen: Ich glaube nicht an Zufälle. Denn wenn es Zufälle gäbe, dann wäre die Erde vermutlich längst von ihrer
klar beschriebenen Umlaufbahn um die Sonne abgekommen und rein zufällig in einen anderen Planeten geknallt. Oder Ihr
Magen würde zur Zeit rein zufällig die Formel für den Abbau Ihres Mittagessens verwechseln und Ihren Körper vergiften.
Ich könnte zahlreiche weitere Beispiele aufführen, die Ihnen beweisen, dass wir unmöglich in einem Zufalls-Universum
leben können.
Wenn Sie also mit mir einig sind, dass es keine Zufälle gibt, dann ist es auch kein Zufall, dass
wir reiche und arme Menschen haben. Wussten Sie eigentlich, dass, wenn wir alles Geld der Welt gleichmässig auf alle
Menschen verteilen würden, jeder Mensch mehrfacher Millionär wäre? Und wussten Sie auch, dass nach wenigen Jahren das
Geld wieder so verteilt wäre, wie es vorher war? Es gibt keine Zufälle. Jeder ist genau dort, wo er aufgrund seiner
Gedanken, Gefühle und Handlungen sein muss. Und was tun wir Politiker? Wir versprechen Ihnen im Wahlkampf, dass wir
das soziale Gefälle ausgleichen werden. Dabei wissen wir haargenau, dass wir das niemals schaffen werden. Jeder, der die
Leiter des Erfolges hochgeklettert ist, weiss, dass Erfolg kein Zufall ist. Warum versuchen die Politiker also, Ihnen
weiszumachen, dass sie etwas am sozialen Gefälle verändern könnten? Ehrlich gesagt, ich weiss es nicht. Und ich will
auch keinem von ihnen Machtgier unterstellen. Vielleicht kommen sie einfach zu wenig zum Nachdenken. Das wäre
verständlich, wenn man bedenkt, an wie vielen langweiligen Anlässen sie dabei sein und wieviel Leerlauf sie ertragen
müssen.
Ich kann Ihnen also zum Abschluss nur eines versprechen: Dass ich meine Zeit nicht an Talkshows oder
Männerchor-Jubiläen vertrödeln werde, dass ich an keinem Wahlkampf teilnehmen werde, dass ich niemals das Wort
"Sachzwang" in den Mund nehmen werde und dass ich meine Arbeit immer mit Liebe verrichten werde.
Wenn
Sie nur einigermassen normal sind, dann werden Sie auf mich verzichten. Ich danke Ihnen!
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| 3. Depression - die neue Epidemie |
Wusstet Ihr eigentlich, dass Depressionen zu den häufigsten psychiatrischen Erkrankungen gehören? Unter den weltweit
wichtigsten Erkrankungen nimmt die Depression derzeit den vierten Rang ein, und für das Jahr 2020 wird erwartet, dass
die "Major Depression" sogar an zweiter Stelle stehen wird. Aus epidemiologischen Untersuchungen weiss man,
dass 10% der deutschsprachigen Bevölkerung innerhalb der letzten 12 Monate einmal an einer Depression erkrankt waren:
Und jeder fünfte Mensch erlebt mindestens einmal in seinem Leben eine depressive Erkrankung.
Trotz dieser
erschreckend hohen Zahlen werden nur die wenigsten Depressiven entsprechend behandelt. Warum? Das hat mehrere
Gründe:
- Jeder von uns kennt zwischendurch mal Phasen, wo er "nicht gut drauf" ist. Wenn ein
depressiver Patient merkt, dass seine Depression wirklich ernsthaft ist, ist sein Antrieb oftmals schon so gebremst,
dass er es nicht einmal mehr schafft, sich zu einem Arztbesuch aufzuraffen.
- Die Angehörigen von Depressiven,
die eigentlich den Patienten zur Konsultation beim Psychiater bewegen sollten, nehmen oftmals psychische Störungen
weniger ernst als körperliche. Ein Herzproblem oder ein offenes Bein ist eben etwas "Handfestes", wogegen
psychisch Erkrankten oftmals Simulation oder mangelnder Wille unterstellt wird. Das mit dem mangelnden Willen hat zwar
etwas Wahres. Aber was viele nicht sehen: Die Beeinträchtigung des Willens ist ja gerade ein Teil der Krankheit. Es ist
eine Art "Nichtwollenkönnen".
- Immer wieder erlebe ich, wie sogenannte "Positivdenker"
versuchen, einen Depressiven aufzumuntern. Kennt Ihr den Film "Einer flog über das Kuckucksnest" mit Jack
Nicholson? Da wird doch so richtig dem Klischee gefrönt "Man muss diesen Leuten nur ein wenig Spass bieten, dann
geht das schon." Weit gefehlt!
Man muss sich eine ausgewachsene Depression vorstellen wie eine Geige, deren
Saiten schlaff sind. Man kann auf ihr weder fröhliche noch traurige Melodien spielen. Sie funktioniert einfach nicht.
Unzählige Fälle belegen: Der Versuch, einen schwer Depressiven aufzumuntern, treibt ihn erst recht in den Selbstmord. So
gesehen sollten Depressive wirklich die Finger lassen von plumpen und oberflächlichen "Du-musst-nur-richtig-wollen"-Seminaren.
Die
gute Nachricht: Depressionen sind heilbar. Und zwar je früher sie entdeckt und behandelt werden, desto besser. Damit ein
Depressiver aber zugänglich wird für eine Psychotherapie, muss er erst einmal "Wollenkönnen". Depressive
leiden unter einer Störung des Noradrenalin- und Serotonin-Haushalts. Das sind zwei wichtige Botenstoffe im Gehirn,
sogenannte Neurotransmitter. Wobei ich nicht sagen will, dass diese Entgleisung des Hirnstoffwechsels die Ursache für
die Depression sei. Nur weil Hamburger oftmals mit Pommes Frites zusammen auftreten, heisst das ja nicht, dass das eine
das andere verursacht.
Um beim Beispiel der Geige zu bleiben: Psychopharmaka haben erstens die Aufgabe, die
Saiten zu straffen, und zweitens, zusammen mit der Psychotherapie die Saiten zu stimmen, so dass auf der Geige auch
wieder fröhliche Melodien gespielt werden können.
Leider geniessen Psychopharmaka bei uns immer noch einen
zweifelhaften Ruf. Das kommt vermutlich von der lange Zeit allzu leichtfertigen Verordnung von abhängig machenden
Tranquilizern sowie von den beträchtlichen Nebenwirkungen gewisser Antidepressiva. Ersteres kann vermieden werden, indem
man sich seinen Psychiater sorgfältig aussucht und offen ist für eine explorative Psychotherapie, also eine Therapie,
die die tiefverwurzelten Ursachen für den Ausbruch der Depression ergründet und bearbeitet.
Wer bei sich selbst
oder bei Angehörigen eine schleichende Depression vermutet, kann sich testen auf www.denkepositiv.com.
Zugegeben ein schlechter Domain-Name für eine Homepage, die vor krampfhafter Positivdenkerei genau so warnt wie ich.
Aber man kann das ja auch positiv sehen ;-)
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