Auf meinen Beitrag im Power-Letter Nr. 147, in dem ich dafür plädiert habe, dass der Verkäufer den Preis zu bestimmen hat und nicht der Käufer, schreibt mir eine Leserin Folgendes:
Mal eine Gegenposition zu Ihren Gedanken im letzten Newsletter:
Für uns Seminarteilnehmer wäre solch eine Einrichtung “bezahlt,was es euch wert war” endlich mal eine Möglichkeit für ein echtes wirksames Feedback.
Gewöhnlich ist es so:
wir bezahlen den Preis, in der Regel sogar im Voraus. Und dann nehmen wir, was kommt.
Das Ritual ist so, dass der Seminarleiter am Anfang großmütig und umfangreich erklärt: “…und üben Sie Kritik. Halten Sie damit nicht hinterm Berg. Da kann ich ja nur draus lernen . ..” usw, wie die Sprüche halt so sind.
W e n n man sie aber beim Wort nimmt, passiert es zu 90%, dass der Leiter jede auch nur ansatzweise hervorgebrachte Kritik ganz, ganz schwer schluckt, geschweige denn verdaut. Die nächste Veranstaltung wird dann von einem völlig beleidigten eingeschnappten Menschen geführt, der lauter kleine Racheakte unterbringt. Wie oft ich das schon erlebt habe!!!!
Königlich sind die Aufforderungen zu einer Manöverkritik am
E n d e (!) einer Maßnahme. Gibt es ganz, ganz oft. Und was haben w i r dann noch davon??
Als Konsument ist man ziemlich ausgeliefert. Oft -gerade bei Psychologen- geht man so weit, dass der Teilnehmer die Schuld zugeschrieben bekommt. Diese Psychotricks: “ja, wenn Sie nicht für sich sorgen…!” Oder: “es liegt doch bei Ihnen, was Sie aus so einem Seminar machen!” ( So, wie: ich kaufe ein Auto und es funktioniert dauernd irgend etwas nicht und ich bekomme gesagt: “Nehmen Sie es als Chance zu lernen, wie Sie persönlich mit schwierigen Situationen fertig werden!” Klasse!)
Und “Geld zurück Garantie” gibt es in der Regel nicht.
Nein.
Bezahlen nach Punktabzug, das wäre gut. Der Veranstalter nennt den Preis und wir entscheiden, ob er volle Punktzahl erreicht.
Das wäre ausgeglichen!!!
Wollt Ihr meine Antwort lesen? Also bitte:
Man merkt, dass Sie noch nie bei mir waren.
Bei mir gibt es die Aufforderung zu Kritik weder zu Beginn noch am Schluss. Ich bin der Lehrer, und ich weiss, was ich den Leuten beibringen will und wie. Das wäre ja noch schöner, wenn die Schüler dem Lehrer beim Unterrichten helfen müssten.
Wenn etwas geändert werden muss, merke ich es selbst und tue es dann auch. So läuft das bei mir.
Herzliche Grüsse
Hans-Peter Zimmermann