Archiv für August 2009

Das Paradies auf Erden?

Sonntag, 30. August 2009
Lucas Cranach d. Ä.: Adam und Eva im Garten Eden, 1530

Lucas Cranach d. Ä.: Adam und Eva im Garten Eden, 1530

Aus irgend einem Grund hatte ich heute Morgen Lust, bei Wikipedia das Wort “Paradies” nachzuschlagen. Unter “Paradies” verstehen ja die meisten Menschen grenzenlose Freiheit und unendliche Glückseligkeit.

Vom Wortstamm her ist aber das Gegenteil der Fall. “Paradies” kommt aus dem avestischen (altiranischen) pairi.daêza und bedeutet “umgrenzter Bereich”. Das grieichische parádeisos (Tiergarten, Park) und das lateinische paradisus sind in ihrer Bedeutung davon abgeleitet.

Das also meinen die Sekten-Heinis, wenn sie uns das “Paradies auf Erden” versprechen, einen umgrenzten Bereich, eine Art Tiergarten für ahnungslose Lämmchen und dumme Affen. Das heißt, die sagen ja sogar die Wahrheit, wir sollten nur genau hinhören ;-)

Aber Spaß beiseite: Wie wär’s, wenn wir endlich aufhören würden, unserer Vorstellung des Paradieses nachzujagen und stattdessen einsehen würden, dass sich jeder seine Welt selbst erschafft. Dann könnten nämlich die schlimmsten Schicksalsschläge einem nicht wirklich etwas anhaben. Man könnte sich ganz der Trauer hingeben und gleichzeitig frohlocken, dass das Universum einem diese Chance zum Wachstum bietet.

Wen diese Thematik interessiert, der möchte sich vielleicht meinen Power-Podcast mit Pfarrer Werner Ebling anhören.

Wer lieber der Musikantenstadl-Version des Paradieses frönt, der wird mit diesem Video von Hansi Hinterseer glücklich. Wie war das nochmal? “Paradies” heißt “umgrenzt”? Vielleicht auch “beschränkt”?  ;-)

So produziert Hans-Peter Zimmermann seine Podcasts

Samstag, 29. August 2009
So produziert Hans-Peter Zimmermann seine Podcasts

So produziert Hans-Peter Zimmermann seine Podcasts

Hast Du Lust, selbst einen Audio-Podcast zu produzieren? Brauchst Du dabei technische Hilfe?

Die gibt es jetzt in diesem 15minütigen Gratis-Video. Menschen, die technisch mittelmäßig begabt sind, werden damit selbst einen Podcast produzieren können.

Wer mehr Hilfe braucht, studiert das Programm zu meinem Power-Workshop für Klein-Unternehmer. Dort ist Podcasten eines von vielen spannenden Themen.

Buchtipp: Die Psychologie des Überzeugens

Freitag, 28. August 2009

Diesen Tipp habe ich von Jürgen Franz, der leider noch immer keinen Blog hat, auf den ich zum Dank verweisen könnte ;-)

Eigentlich wollte ich mit einem Rundumschlag gegen deutsche Lektoren beginnen und rhetorisch nachfragen, wie jemand auf die dämliche Idee kommt, einem Buch mit dem Original-Titel “Influence” (englisch Einfluss, beeinflussen) den deutschen Titel “Die Psychologie des Überzeugens” zu verleihen. Denn um Überzeugung geht es in diesem Buch ganz und gar nicht, sondern um Einflussnahme der eher unethischen Art, also um Manipulation.
Zur Ehrenrettung des deutschen Lektors habe ich dann aber gesehen, dass schon der Original-Verleger den Fehler begangen hat, allerdings nur im Untertitel: “The Psychology of Persuasion” steht da, und es ist genau so falsch.

Dem Buch tut das gottseidank keinen Abbruch. Robert Cialdini, Professor für Psychologie an der Arizona State University, zeigt Taktiken auf, die dafür sorgen, dass viele Menschen etwas kaufen, ohne groß darüber nachzudenken. Er nennt es eine “Klick-Surr”-Reaktion. Jemand drückt auf einen Auslöser, und das automatische Programm läuft ab. Gemäß Cialdini kaufen die Menschen immer dann gedankenlos, wenn

  1. sie vorher etwas vom Verkäufer bekommen haben. Wer bekommt, möchte zurückgeben. Und oft überlegt man sich nicht, dass man viel mehr zurückgibt, als man bekommen hat.
  2. sie sich zu etwas verpflichtet haben und von ihren Mitmenschen als gradlinig und konsistent wahrgenommen werden möchten. Menschen sind zum Beispiel eher bereit, auf Anfrage in ihrem Garten für eine gewisse Zeit ein Riesenplakat für Stromsparmaßnahmen zu beherbergen, wenn sie vorher “zufälligerweise” eine Petition für mehr Umweltschutz unterschrieben haben.
  3. sich etwas sozial bewährt zu haben scheint. “Was viele wollen, kann nicht schlecht sein.” “Fünf Millionen Amerikaner können sich nicht irren.”
  4. der Verkäufer ihnen sympathisch ist. Und Sympathie wird oftmals von schamlosen Verkäufern künstlich erzeugt, indem sie z.B. ein paar Ähnlichkeiten mit dem Käufer vortäuschen.
  5. jemand das Produkt anpreist, der eine gewisse Autorität ausstrahlt. Auch hier kommt es zu absurden Entartungen, wenn z.B. ein Schauspieler in einem Werbespot bewirkt, dass ein medizinisches Produkt gekauft wird wie frische Semmeln, nur weil dieser Schauspieler in einer Fernsehserie einen Arzt spielt.
  6. etwas knapp ist, d.h. wenn die Chance, es zu bekommen, gering ist. Auch hier wird oftmals von Firmen bewusstes “Scarcity Management” betrieben, d.h. der Nachschub wird künstlich knapp gehalten, um die Nachfrage zu steigern.
    (Das gilt übrigens NICHT für meine Seminare; da ist Knappheit systembedingt. Ich kann nun mal höchstens 96 neue Kunden pro Jahr bedienen, sonst leiden sowohl meine Gesundheit wie auch die Qualität meiner Seminare darunter.)

Schön finde ich, dass Cialdini diesen automatischen Programmen durchaus auch eine Existenzberechtigung zuschreibt und sie psychologisch erklärt. Und er gibt zusätzlich Hinweise, wie man sich gegen missbräuchliche Verwendung dieser psychologischen Prinzipien schützen kann.

Spannendes Wissen, unterhaltsam geschrieben und mit vielen Beispielen versehen, die zum Staunen und Schmunzeln anregen.

Nahtod-Erfahrung unter kontrollierten medizinischen Bedingungen

Freitag, 28. August 2009

In Roger Kaufmanns Blog, den ich sogleich abonniert habe, fand ich diesen interessanten Video-Beitrag. Er besteht aus zwei Teilen und zeigt eine Nahtod-Erfahrung einer Patientin.

Das Interessante daran ist, dass es nicht einfach ein beliebiges Fallbeispiel ist, wie man sie in esoterischen Büchern zuhauf findet und wo man als Profi-Skeptiker immer daran denken muss, dass Papier sehr geduldig ist.
Hier äußern sich auch Mediziner, die mit Esoterik nichts am Hut haben:

Hörbuch-Tipp: Die Geschichte der Medizin

Donnerstag, 27. August 2009

Audible-Hörbuch: Die Geschichte der Medizin

Audible-Hörbuch: Die Geschichte der Medizin

Darauf habe ich schon lange gewartet: Eine spannend erzählte, umfassende Geschichte der Medizin. Jetzt ist sie da, und erst noch als praktisches Hörbuch. Drei Stunden nützliches Wissen, kurzweilig erzählt.

Die Geschichte der Medizin
Jetzt gleich hier bei Audible runterladen!

“Großerfolg im Kleinbetrieb” immer noch Dauerbrenner!

Mittwoch, 26. August 2009
Großerfolg im Kleinbetrieb von Hans-Peter Zimmermann

Großerfolg im Kleinbetrieb von Hans-Peter Zimmermann

Das freut mich riesig! Mein Buch “Großerfolg im Kleinbetrieb”, seit 1992 auf den Bestseller-Listen, ist bei Audible unter “Top Ten Dauerbrenner” notiert. Man merke sich: Longseller ist noch besser als Bestseller!

Hans-Peter Zimmermanns Hörbücher bei Audible
Großerfolg im Kleinbetrieb und Kick 1 bis 8

Vorbildliche Fall-Dokumentation Schizophrenie

Dienstag, 25. August 2009

Bei der Recherche für mein Online-Studium Psycho-Pathologie bin ich auf eine vorbildliche Fall-Dokumentation von einem Dr. med. Rudolf Liesenfeld gestoßen. Sie erklärt verschiedene Begriffe, die zu diesem Krankheitsbild gehören (z.B. Beziehungswahn und doppelte Buchführung) total anschaulich und praxisbezogen.
Für jeden Studenten der Psycho-Pathologie ein Muss!
www.thieme.de/viamedici/medizin/kasuistik/schizophrenie.html

Gratis-Video “So funktioniert Street View”

Sonntag, 23. August 2009

Mir war bis vor kurzem völlig entgangen, dass die Firma Google der Internet-Gemeinde seit Mai 2007 ein weiteres sensationelles Gratis-Tool zur Verfügung stellt, nämlich “Street View”.

Erst durch die Tatsache, dass “Street View” seit kurzem auch für Teile der Schweiz erhältlich ist, und durch die kleinbürgerliche Debatte der Schweizer Datenschützer (siehe dazu auch der Blog-Eintrag meines Bruders Beat) habe ich dieses unglaublich nützliche Tool für mich entdeckt und bin seither in jeder freien Minute dabei, die Welt zu erkunden.

Auf der Suche nach kurzen und verständlichen deutschsprachigen Video-Anleitungen bin ich leider nicht fündig geworden; deshalb habe ich gleich selbst eines produziert. Viel Vergnügen!

Was ist nach dem Drink?

Sonntag, 23. August 2009

Wie stellen Filmemacher ein klassisches Happy-End dar?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten: Das Paar heiratet und düst der Gästeschar mittels dosenbehangenem und entsprechend lärmendem Amischlitten davon.
Sehr beliebt ist aber auch: Liegestuhl, Karibik oder sonst eine exotische Gegend, der Protagonist hält einen exotischen Drink in seiner Hand und nippt selig grinsend daran.

Mein jüngerer Bruder und ich haben schon vor Jahren den Spruch kreiert “Was ist nach dem Drink?” Und ich bin der Meinung, da steckt philosophischer Sprengstoff drin.

Fragt doch das nächste Mal, wenn ein Kollege flapsig mit dem Spruch “Komm’ doch mal auf einen Drink vorbei” um sich wirft, einfach nach: “Ein Drink dauert allerhöchstens 30 Minuten. Was ist nach dem Drink?”

Film über den Hypnose-Pionier Franz Anton Mesmer

Donnerstag, 20. August 2009

Kennt Ihr eigentlich den Film von Roger Spottiswoode über Franz Anton Mesmer? Na ja, wer Franz Anton Mesmer nicht kennt, dem wird auch dieser Film egal sein. Aber jeder, der sich ein wenig mit Hypnose befasst, weiß, dass Franz Anton Mesmer, Arzt und Zeitgenosse Mozarts, in der Geschichte der Hypnose eine wichtige Rolle gespielt hat.

Es gibt Mesmer-Experten, die behaupten, der Film verfälsche gewisse Tatsachen. Das ist leider das Problem mit jedem Film, der “auf wahren Tatsachen beruht”. Die Produzenten reden sich rechtlich damit heraus, dass sie am Schluss erwähnen, die Geschichte sei “aus dramaturgischen Gründen leicht verändert worden”. Ob sie sich der Tragweite ihres Tuns bewusst sind? Die Menschen behalten ja normalerweise das als wahr im Gedächtnis, was sie “mit eigenen Augen gesehen” haben.

Sei’s drum. Ich finde, der Film zeigt sehr schön die schillernde Figur Mesmers: Eine Mischung aus Genie und Maniker, aus mitfühlendem Heiler und harmoniesüchtigem Egozentriker.

Ich bin nicht sicher, ob dieser DVD-Import aus England die deutsche Tonspur enthält. Sonst halt viel Spaß mit der Originalversion!

Pflichtlektüre für Blog-Kommentatoren

Montag, 17. August 2009

Kennt Ihr eigentlich alle diesen Klassiker von Thomas Harris? Ich schlage vor, dass jeder Blog-Leser ihn sich so rasch als möglich zu Gemüte führt. Denn die Regeln in meinem Blog lauten: Nur Kommentare, die dem Erwachsenen-Ich entspringen, werden veröffentlicht.

Wenn einer also nur seinen Frust loswerden (Kindheits-Ich) oder mich abkanzeln will (Eltern-Ich), ist er bei mir an der falschen Adresse.

Vergangene Woche bei HPZs Twitter-Konto:

Sonntag, 16. August 2009
  • Schneide gerade ein neues Video über meine Seminare. Und auch der Power-Letter kommt diese Woche. Versprochen! #

Power-Letter Nr. 153 ist online!

Freitag, 14. August 2009

Ein bisschen gscheiten Lesestoff fürs Wochenende gefällig?
http://www.hpz.com/hpz-hypnose-letter/powerletter153.html

Ach so, müsste ich da noch schreiben, warum es sich lohnt, meinen Letter zu lesen? Ach was, das weiß man doch sowieso, oder?

Hartz IV zum Zweiten

Freitag, 14. August 2009
Im letzten Power-Letter habe ich mich zu einer Bemerkung zum Thema Hartz IV hinreissen lassen, die drei Leserinnen gar nicht lustig fanden. Es tut mir leid, wenn ich da jemandem auf den Schlips getreten bin.
Auf der anderen Seite bitte ich um Verständnis, dass das Wort “arbeitslos” in meinem Hirn ein Schattendasein führt. Warum das so ist? Ich kann nur spekulieren: Als Kind habe ich mit Sicherheit noch den Glaubenssatz gehabt “Ich kann nicht für mich selbst sorgen.” Und als Kind hat dieser Satz auch gestimmt. Irgendwann habe ich ihn ersetzt durch den Satz “Ich kann für mich selbst sorgen.” Und ich glaube einfach, dass dieser Satz heute für mich stimmt, egal, wo in der Welt ich mich gerade aufhalte.
Mir ist klar, dass nicht jeder mit solchen erwachsenen geistigen Schallplatten in der Gegend herumläuft. Und da wir nun einmal ein soziales System haben, das solche Menschen auffängt, kann ich es ihnen auch nicht verübeln, wenn sie davon profitieren.
Allerdings verstehe ich nicht ganz, dass wir uns nicht einmal Gedanken machen sollen, wie so etwas zu ändern sein könnte. Oder anders gefragt: Wäre es eine Lösung, wenn wir die Hartz-IV-Empfänger verherrlichten und in den Himmel lobten? Das kann es doch wohl nicht sein, oder?
Ist es nicht besser, wenn man versucht, einem Opfer-Denker zu zeigen, dass in ihm drin auch ein Täter, also ein Macher steckt, und dass es ihm wesentlich besser gehen würde, wenn er sich aus der Opferhaltung verabschieden könnte?

Im letzten Power-Letter habe ich mich zu einer Bemerkung zum Thema Hartz IV hinreißen lassen, die drei Leserinnen gar nicht lustig fanden. Es tut mir leid, wenn ich da jemandem auf den Schlips getreten bin.

Auf der anderen Seite bitte ich um Verständnis, dass das Wort “arbeitslos” in meinem Hirn ein Schattendasein führt. Warum das so ist? Ich kann nur spekulieren: Als Kind habe ich mit Sicherheit noch den Glaubenssatz gehabt “Ich kann nicht für mich selbst sorgen.” Und als Kind hat dieser Satz auch gestimmt. Irgendwann habe ich ihn ersetzt durch den Satz “Ich kann für mich selbst sorgen.” Und ich glaube einfach, dass dieser Satz heute für mich stimmt, egal, wo in der Welt ich mich gerade aufhalte.

Mir ist klar, dass nicht jeder mit solchen erwachsenen geistigen Schallplatten in der Gegend herumläuft. Und da wir nun einmal ein soziales System haben, das solche Menschen auffängt, kann ich es ihnen auch nicht verübeln, wenn sie davon profitieren.

Allerdings verstehe ich nicht ganz, dass wir uns nicht einmal Gedanken machen sollen, wie so etwas zu ändern sein könnte. Oder anders gefragt: Wäre es eine Lösung, wenn wir die Hartz-IV-Empfänger verherrlichten und in den Himmel lobten? Das kann es doch wohl nicht sein, oder?

Ist es nicht besser, wenn man versucht, einem Opfer-Denker zu zeigen, dass in ihm drin auch ein Täter, also ein Macher steckt, und dass es ihm wesentlich besser gehen würde, wenn er sich aus der Opferhaltung verabschieden könnte?

Neues Video über HPZ-Seminare

Donnerstag, 13. August 2009

Seminare mit Hans-Peter Zimmermann – ist das etwas für mich?

Mein altes Seminar-Video war revisionsbedürftig. Erstens hat sich mein Seminar-Programm weiterentwickelt, und zweitens war eine Anpassung an die höhere Bild- und Tonqualität bei Youtube fällig.

Hier ist es also. Zehn Minuten ofenfrische Informationen über meine Seminare. Aber keine Sorge: Es ist noch immer kein Verkaufs-Video, denn mir ist es nach wie vor wichtig, dass die richtigen Leute kommen und die “falschen” mich in Ruhe lassen. Das hat in den letzten zwei Jahren sehr gut geklappt und ich bin glücklich mit meiner Kundschaft!