Wissenschaftler, geht bitte mit dem Wort “genetisch” vorsichtiger um!

Blog-Leser Gerd Schröter weist mich auf diesen wissenschaftlichen Artikel der Uni Basel hin.
Darin wird beschrieben, dass wir uns besonders gut an Ereignisse erinnern, die mit Emotionen (positiven oder negativen) verbunden sind.

Das ist an sich nichts Neues, und es spart praktischerweise viel Speicherplatz in unserem Hirn. Es wäre doch wirklich eine Vergeudung von Speicherplatz, wenn wir uns noch erinnern könnten, was wir vor genau zehn Jahren am 18. Oktober zu Mittag gegessen haben, oder?

Es gibt zwar Fälle, wo jemand sich daran erinnern kann. Wenn er zum Beispiel (wie mein jüngerer Bruder) an diesem Tag Geburtstag hatte und mit einem Festessen überrascht wurde (starke positive Emotion) oder wenn er mit einer Fischvergiftung im Krankenhaus lag (starke negative Emotion). Oder aber wenn jemand unter Autismus leidet; in diesem Fall kann es sein, dass ein Mensch sämtliche Mittagsmenüs der letzten zwanzig Jahre im Kopf hat, dafür aber einfachste Alltags-Aufgaben wie “Gesichter erkennen” oder “Schnürsenkel binden” nicht meistern kann.

Nun haben offensichtlich Forscher herausgefunden, dass der Effekt von Emotionen auf das Gedächtnis bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt ist. Auch das glaube ich gern. Was mich an besagtem Artikel stört, ist die fast unmerklich hingeworfene Bemerkung, dass es sich dabei um einen “genetisch verankerten Mechanismus” handle. Daran zweifle ich so lange, bis man mir genau dieses isolierte Gen zeigt.

Liebe Wissenschaftler, nur weil man sich gewisse Dinge nicht erklären kann, und nur weil es familiäre Häufungen gibt, ist das noch lange kein Grund, immer die Genetik zu bemühen. Siehe auch die Videos von Bruce Lipton (in diesem Blog).

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