Student schluckt Placebo… und stirbt fast!

In der “Welt” steht heute ein Artikel über einen amerikanischen Studenten, der sich wegen Liebeskummers umbringen wollte. Da er gerade an einer Studie über Antidepressiva teilnahm, packte er die Gelegenheit und schluckte einiges von dem Zeug, das man ihm da gratis zur Verfügung stellte.

Resultat: Sein Blutdruck sackte dramatisch ab, er wurde in die Notaufnahme eingeliefert, und sein Zustand verschlechterte sich zusehends. Erst als die Ärzte ihm mitgeteilt hatten, dass er in der Placebo-Gruppe der Studie sei, war er innert Minuten wieder auf den Beinen.

Das ist die so genannte Nocebo-Wirkung. Wenn also jemand ein Medikament mit einer negativen Erwartungshaltung einnimmt, dann kann er nicht nur die Wirkung des Präparats neutralisieren, sondern sogar ins Gegenteil umkehren. Wohl bekomm’s!

5 Kommentare zu „Student schluckt Placebo… und stirbt fast!“

  1. Hallo Hans-Peter
    Amerikanische Epidemiologen schätzen, dass Nocebo weltweit für mindestens 5% aller Infarkttode oder jede zehnte “Grippe-Epidemie” (Schweinegrippe und Blöd Zeitung lassen grüßen) verantwortlich ist. Eine Untersuchung hatte zum Ergebnis, dass die, die glauben, dass sie einen Herzinfarkt erleiden werden, fast viermal so häufig einen Infarkt erleiden. Schließlich heißt Nocebo wörtlich übersetzt aus dem Lateinischen „Ich werde schaden“. Da zeigt sich wie wirksam unsere Arbeit mit Hypnose ist und das wir auf das achten sollen was wir denken und wie dieses Gedanken in Gefühle wirken. Aber auch das es wichtig ist und wir am wirksamsten unsere Therapiewerkzeuge anwenden können wenn unsere Klienten/innen aus freiem und eigenen Willen zu uns kommen.
    Grüße über den großen Teich und immer viel Luft unter den Rottorblättern
    Olaf

  2. Lieber Hans-Peter,

    Danke für den Beitrag.
    Der Vollständigkeit halber hier noch der Link zum Artikel:
    http://www.welt.de/die-welt/wissen/article4957591/Der-eingebildete-Kranke.html

    Schöne Grüé

    Gunnar

  3. Doc RamadaniNo Gravatar sagt:

    Guten Morgen, Hans-Peter,

    einen Link zu einem Beitrag bei FAZ.NET mit weiteren Fällen zum Nocebo-Effekt gibt es übrigens auch hier:

    http://tinyurl.com/yz3d79h

    Liebe Grüße,
    Marco

  4. [...] Hans-Peters Erfolgs-Blog habe ich heute am 31.10.2009 gerade gelesen, dass sich ein Student, der sich wegen Liebeskummer [...]

  5. GunnarNo Gravatar sagt:

    Hallo Hans Peter,

    passend zu dem spannenden Thema habe ich neulich diesen Beitrag im Radio gehört:

    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wib/1137260/

    Schoene Gruesse

    Gunnar

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