Von 1993 bis 1998 bin ich ja viermal im Jahr die Strecke Zürich-Los Angeles geflogen, weil ich in San Clemente (eine Stunde südlich vom internationalen Flughafen Los Angeles) wohnte und regelmäßig in der Schweiz Seminare gab. Aber nie habe ich mich so benommen wie diejenigen Menschen, die ich als “Frequent Flyer Deppen” bezeichne, und denen ich auch diesmal wieder begegnet bin. Die lesen doch tatsächlich die Financial Times oder sonst ein Blatt, das Typen lesen, die keinen Mehrwert generieren, sondern nur Geld in der Gegend herum schieben, während unten die schönste Landschaft ungesehen und ungeschätzt vorbeizieht.
Ich frage mich immer: Wofür leben denn diese Menschen? Warum verdienen sie so viel Geld? Offensichtlich leiden sie ja alle unter Anhedonie, also dem Verlust der Fähigkeit, Freude zu empfinden. Warum also überhaupt schuften, wenn man diese kleinen großen Geschenke des Alltags nicht annehmen kann oder will?
Dem kann ich nur beipflichten! Doch leider sieht man solche Leute nicht nur beim Fliegen, sondern trifft sie mittlerweile überall.
Besonders schlimm sind jene, die mir immer wieder erzählen, müssen wie bescheiden sie sind und wie wenig sie zum Leben brauchen und gleichzeitig mir meine kleinen und großen Freuden neiden.
Das Leben kann so freigiebig sein!
Wie recht Du hast! Ich habe Motorrad fahren gelernt, die schönere Strecke der schnelleren vorzuziehen. Wann immer das passt, versuche ich es inzwischen auch mit dem Auto und zu Fuß.
Am schlimmsten sind die Ignoranten mit den Fensterplätzen! Die lesen trotz schönstem Blick Triviales und ziehen obendrein noch das Rolo runter. Oder die ratzen schnarchend vor sich hin.
Da müsste man sich doch fragen, warum solche Menschen meine Sicht blockieren….
Grüßli aus Berlin,
Ramona Völlkopf
Woahh, da kann ich ein Liedchen singen. Ich bin ja ein wirklicher Frequent Flyer (150000 Meilen pro Jahr nur bei Star Alliance). Ich habe im Jahr 2004 mal ausgerechnet, dass ich ganze 2 Wochen in Flugzeugen verbracht haben muss (plus nochmal 2 Wochen an irgend einem scheiss Fluhafen rumhaengend, aber das ist eine andere Geschichte…). Aber diese Financial Times Vollidioten gehen a mir sowas von auf den Sack. Was ist denn so interessant in diesen doofen Blaettern? Oder warum muss man staendig den Laptop rausholen und so tun als arbeitete man? Ich finde es immer angenehm, mal Zeit fuer ein Buch oder Hoerbuch zu haben, oder auch einfach mal meinen Gedanken ein bisschen freien Lauf zu lassen.
@ all,
da wir alle bekanntermaßen im Leben immer nur Freunde oder Lehrer treffen, sind ja die beschriebenen Zeitgenossen eine gute Gelegenheit unsere Toleranz und unsere Gelassenheit anderen gegenüber zu trainieren, oder?

Viele Grüße,
Jürgen
@Jürgen:
Den Kommentar kannst Du aber unter jeden Blog-Eintrag jedes Bloggers setzen, oder?
Hallo Hans-Peter,
Ja, da hast Du Recht
…ich habe da mal einen Podcast gehört, in dem sich jemand über Jugendliche geärgert hat, welche an einem wunderschönen Tag an einem schönen schweizer See sinnlos Bierflaschen zerkloppt haben.
Seine Betrachtungen mündeten in einer ähnlichen Erkenntnis…
Tatsache ist allerdings, das ungeachtet des Sinns oder Unsinns obigen Kommentars von mir, jeder solche Aufreger kennt. Ich wollte halt auch mal was kluges schreiben…
Viele Grüße,
Jürgen