Archiv für November 2009

Warum Geben seliger ist als Nehmen

Freitag, 6. November 2009

Mit dieser Frage hat sich Erich Fromm in “Die Kunst des Liebens” (Berlin, 1970) beschäftigt. Hier ist seine Antwort, die mich tief beeindruckt hat:

Das meistverbreitete Missverständnis ist die Annahme, dass Geben so viel bedeutet wie “etwas aufgeben”, auf etwas verzichten, opfern. Menschen, deren Hauptorientierung nichtproduktiv ist, empfinden Geben als eine Verarmung… nur weil es schmerzlich ist, zu geben, soll man geben; der Wert des Gebens liegt für sie in der Annahme des Opfers…
Für den Produktiven hat Geben eine völlig andere Bedeutung. Geben ist der höchste Ausdruck der Potenz. Im Akt des Gebens erlebe ich meine Stärke, meinen Reichtum, meine Macht. Dieses Erlebnis erhöhter Vitalität und Potenz erfüllt mich mit Freude. Ich erfahre mich selbst als überströmend, verschwendend, lebendig, damit als glücklich. Geben ist glücklicher als Nehmen, nicht weil es eine Entbehrung ist, sondern weil im Akt des Gebens der Ausdruck meiner Lebendigkeit liegt.”

Jetzt hab’ ich es Euch aber wieder mal gegeben, oder?

Tipp Nr. 1 für L.A.-Touristen

Freitag, 6. November 2009

Heute  morgen fiel mir ein, dass ich ein paar Dinge über Los Angeles weiß, die Touristen normalerweise nicht wissen, weil sie nur in wenigen oder gar keinen Reiseführern stehen. Für all jene, die demnächst eine Reise nach Los Angeles planen, hier also mein erster Tipp:

Wer bis jetzt gemeint hat, gestreckte Limousinen (Slang: Stretchlimo) seien nur etwas für Reiche, sollte sich dringend mal nach den Preisen erkundigen. Die kosten nämlich nicht mehr als ein Taxi. Ehrenwort! Man muss sie nur vorher reservieren. Dazu gebt Ihr bei Google das Suchwort “limo lax” ein. LAX ist die internationale Abkürzung für den Internationalen Flughafen Los Angeles. Dort pickt Ihr irgend einen Limo-Service und füllt entweder ein Online-Formular aus oder ruft direkt die 800er-Nummer an. 800er-Nummern sind gebührenfreie Nummern; sie funktionieren seit einiger Zeit auch von Europa aus, sind dann aber kostenpflichtig.

Die Limo-Dispatcherin wird Euch vermutlich fragen, ob Ihr einen “Curb Side Pick-Up” wollt oder ein “Meet and Greet”. Bei der ersten Variante muss man die Limo-Firma anrufen, sobald man in LAX am Straßenrand wartet. Der Limo-Fahrer wartet irgendwo im Parkhaus und ist dann in wenigen Minuten bei Euch. Bei der zweiten Variante steht der Fahrer im Terminal und hält einen Zettel mit Eurem Namen in der Hand. Sobald er Euch begrüßt hat, rennt er ins Parkhaus und holt seine Limo.

Und so mache ich es: Anstatt gleich ein Auto zu mieten und mich JetLag-gebeutelt durch den Feierabend-Verkehr zu kämpfen, lasse ich mich von einer Limo zum Hotel bringen und kümmere mich am nächsten Morgen ausgeschlafen um ein Mietauto.

Ach, und noch etwas: Wenn die Dispatcherin fragt, ob man einen “Sedan” oder eine “Stretchlimo” wünsche, natürlich die Stretchlimo verlangen. Ein “Sedan” ist einfach ein großes, bequemes Auto, meistens ein Lincoln Towncar; das ist auch nett, aber für 20 oder 40 Dollar mehr habt Ihr eben das VIP-Feeling der Stretchlimo, und das lohnt sich.

Eine Stretchlimo kostet in Los Angeles nicht mehr als ein Taxi

Eine Stretchlimo kostet in Los Angeles nicht mehr als ein Taxi

Und die Drinks sind inklusive

Und die Drinks sind inklusive

Das frechste hypnotische Sprachmuster, das ich je gehört habe…

Mittwoch, 4. November 2009

Den wohl dreistesten Gebrauch einer kausalen Verknüpfung hat Volvo America demonstriert. Heute morgen im Fernsehen: “There’s more to life than a Volvo. That’s why you drive one.” (Sinngemäß auf Deutsch: “Es gibt mehr im Leben als einen Volvo. Deshalb fährst du einen.”)

Frecher geht’s nicht, oder?

Was man einmal gelernt hat…

Dienstag, 3. November 2009

…kann einem niemand mehr nehmen. Das ist mein Fazit nach der dritten Helikopter-Auffrisch-Stunde. Plötzlich ist das “Seat-of-Pants”-Gefühl wieder da, wie die Amerikaner das nennen. Und das macht einen Heidenspaß.

"Mein" Helikopter, ein Robinson R44 Raven II. Die Dinger sind sehr komfortabel geworden mittlerweile!

"Mein" Helikopter, ein Robinson R44 Raven II. Die Dinger sind sehr komfortabel geworden mittlerweile!

Unser Zuhause für die nächsten Wochen

Unser Zuhause für die nächsten Wochen

Yorkies Lieblingsstrand. Er hat sicher vom Himmel aus runtergeschaut.

Yorkies Lieblingsstrand. Er hat sicher vom Himmel aus runtergeschaut.

Konservativ? Oder destruktiv?

Montag, 2. November 2009

Ein Grund, warum es gut ist, nicht mehr in Amerika zu leben, liegt im amerikanischen TV-Programm begründet. Was da an Schrott und vor allem an gezielter Desinformation in den Äther gespritzt wird, geht auf keine Kuhhaut.

Fast schon vergessen hatte ich den Fernsehsender “Fox”, der sich konservativ nennt, weil seine Schmieren-Journalisten selbst zu Bushs schlimmsten Zeiten noch sieben gute Haare an diesem Kerl gefunden haben. Konservieren heißt ja bewahren; ich frage mich, was die bewahren wollen, wenn sie einfach auf alles losschlagen, was nicht in ihren verbohrten Schädel passt. Und jetzt wird natürlich genüsslich jeder noch so banale Schritt und jede noch so belanglose Äußerung Obamas zerpflückt, und was noch schlimmer ist: Die versuchen tatsächlich, Sarah Palin als nächste Präsidentin aufzubauen.

Und dann ist da noch ein gewisser Rush Limbaugh, als Host einer Radio-Talkshow bekannt wie ein bunter Hund, der keine Gelegenheit auslässt, seine völlig haltlosen Argumente gegen alles, was anständig ist, heraus zu posaunen.

Daher meine Replik an all jene, die glauben, sie müssten mich auf “Obamas Hintermänner” hinweisen: Was meint Ihr, wie viele Menschen und vor allem was für Menschen ein Interesse daran haben, diesen Mann zu demontieren und eine zweite Amtszeit zu verhindern?

Mein Fazit: Man muss nur böse oder dumm genug sein, dann ist man für die Konservativen “gerade richtig”.

Hier ist der erste Video-Gruß aus Kalifornien

Montag, 2. November 2009
Video-Podcast "HPZ unterwegs", Route No. 22

Video-Podcast "HPZ unterwegs", Route No. 22

Hier ist der erste Video-Gruß aus Kalifornien. Viel Spaß!