Als wär’s dein letzter Tag?

Hand aufs Herz: In wie vielen Self-Help-Büchern habt Ihr schon den Spruch gelesen: “Lebe jeden Tag so, als wär’s dein letzter Tag?”

Hat das irgend einer dieser Nachplapperer jemals zu Ende gedacht? Wie würde man wohl den letzten Tag verbringen? Ich glaube, die meisten von uns würden dasitzen und auf den Tod warten, oder? Das kann ja wohl nicht gemeint sein mit diesem oft zitierten Spruch. Besser wäre wohl zu sagen: “Lebe jedes Jahr so, als wäre es dein letztes.” Ein Jahr ist ein vernünftiger Zeitrahmen. In einem Jahr kann man noch ein paar Dinge unternehmen, die man unbedingt in seinem Lebensbuch drin haben möchte.

Wie wär’s, wenn du jetzt gleich das Jahr 2010 als dein letztes Lebensjahr planen würdest? Wenn da beim Schreiben all dieser Dinge, die du noch tun würdest, Freude aufkommt, dann weißt du, was zu tun ist.

10 Kommentare zu „Als wär’s dein letzter Tag?“

  1. gabarethaNo Gravatar sagt:

    Lieber Hans-Peter,
    mir gefällt die Vorstellung vom letzten Lebensjahr ehrlich gesagt genau so wenig.
    Gedanken werden zu Worten und Taten.
    Aus meinem Blickwinkel bevorzuge ich die Vorstellung, am Ende Deines Lebens auf viele Freuden und bewegte Momente zurückblicken zu können. Wann immer das auch sein wird.
    Leben findet für mich nur hier und jetzt statt.
    Viele sonnige Grüße aus dem heute trüben Isartal,
    besser und besser,
    Gaba

  2. Und was mir nicht gefällt, ist dieses Silvanische “Besser und besser”. Das impliziert ja, dass es Dir nie gut genug geht, oder? ;-)

  3. gabarethaNo Gravatar sagt:

    Lieber Hans-Peter,
    vielen Dank der Nachfrage.
    Es geht mir sehr gut…und das “besser und besser” drückt für mich nur aus, dass es jeden Tag ein Stückerl besser wird.
    Mir tuts gut und ich wollte Dich damit nicht stören.
    Alles Liebe,
    Gaba ;-)

  4. HerbertNo Gravatar sagt:

    Ihr letzter Tag:
    Mit dieser Aufgabenstellung hat die Carnegie Mellon University eine Vortragsreihe eröffnet.
    Für Randy kann es tatsächlich sein letzter Vortrag gewesen sein, denn er hat Krebs, Bauchspeicheldrüsen-Krebs und nach Einschätzung seiner Ärzte nur noch ca. 6 Monate zu leben. Wer jetzt einen niedergeschlagenen Mann erwartet, der soll sich die folgende Zusammenfassung des Vortrages ansehen – und sich überraschen lassen:

    http://link.brightcove.com/services/player/bcpid452319854?bctid=1199157902

  5. Nur die Zusammenfassung?
    Der ganze Vortrag ist – meiner Meinung nach – sehens-, hörens- und nachdenkenswert: http://www.youtube.com/watch?v=ji5_MqicxSo

    Randy Pausch ist am 26. Oktober 2008, ein halbes Jahr nach dieser letzten Vorlesung gestorben. Glücklich, wie alle Beteiligten sagten. Und wie sie es sich vorgenommen hatten.
    Zitat:http://www.welt.de/vermischtes/article2251368/Randy-Pausch-Abschied-eines-Unbeugsamen.html
    >>„Es wird der Zeitpunkt kommen, an dem ich in diese Nacht gehen muss“, hatte Randy Pausch in einem seiner letzten Interviews gesagt. Aber bis es soweit sei, habe er einen Pakt mit seiner Familie geschlossen: „Wir werden lachen.“<<

  6. Wenn ich jeden Tag so lebte als wär’s mein letzter, wachte ich jeden Morgen danach mit einem gewaltigen Kater und den Nachwirkungen anderer psychoaktiver Substanzen auf. Von Geschlechtskrankheiten ganz zu schweigen.
    Nee – das kann’s nicht sein!

    Gruß
    Ralf

  7. Hallo Ralf,

    auf die Gefahr, dass Hans-Peter diesen Blogbeitrag als niveaulos zensiert, fällt mir in Anlehnung an die Art und Weise, wie Du Deine letzten Tage verbringen würdest, folgender Spruch ein: ” Bumsen und besoffen sein, des kleinen Mannes Sonnenschein.”
    Sorry, ich weiß, Du hast es als satirischen Beitrag gemeint. Ich möchte den meinen auch so verstanden wissen.
    Im übrigen ist klar, dass der Ausspruch, sein Leben so zu gestalten als wäre jeder Tag der letzte, eine Metapher dafür ist, nicht einfach das Leben so an sich vorbeiziehen zu lassen. Bewusst die Lebenszeit zu erleben und zu gestalten und das an jedem Tag, wenn uns das immer gelingen könnte, nicht erst nachdem wir durch Unfall oder Krankheit dem Tod nochmal von der Schippe gesprungen sind, das wäre toll.

    Viele Grüße,

    Jürgen

  8. Volle Zustimmung, Jürgen!

    Deshalb mag ich Hans-Peters Variante, jedes Jahr wie das letzte seines Lebens zu planen und zu leben.
    Da kann ich z.B. noch das Buch schreiben, das ich unbedingt geschrieben haben will. Oder den Marathonlauf. Oder, oder, oder…
    Das sind Ziele, die mir etwas gesünder erscheinen.

    Gruß
    Ralf

  9. UdoNo Gravatar sagt:

    Ich bin mir über die Veränderung meines eigenen Aggregatzustandes durchaus bewusst. Zunehmend ein bißchen friedvoller mit zunehmendem Alter.
    Und da das möglicherweise mein letztes Leben ist, versuche ich es in eben diesem Bewusstsein zu leben. Was viel zu selten klappt, da ich einige Lektionen noch nicht gelernt habe. Andere mir sicherlich noch nicht einmal in den Sinn gekommen sind.
    Ein bißchen mehr loslassen, zu Lebzeiten, um ein bißchen mehr zu bekommen, das schiebe ich mir jeden Tag vors geistige Auge. Und, bei der Gelegenheit, Danke an HPZ für die freundliche und überaus unaufdringliche Begleitung.

  10. IreneNo Gravatar sagt:

    Hm – natürlich kenne ich den Spruch auch, habe ihn oft gelesen und gehört, aber als ich das eben las, hat mir sowohl mein letzter Tag als auch mein letztes Jahr irgendwie Angst gemacht.

    Es stimmt – wäre heute mein letzter Tag, würde ich wohl in der Tat ängstlich da sitzen und warten, dass mein Ende dann endlich kommt.

    Wüßte ich aber, dass 2010 mein letztes Jahr wäre, würde es mir ähnlich gehen. Ich will einfach nicht wissen, wann meine letzte Stunde geschlagen hat – es würde mir Angst machen und ich hätte immer das Gefühl, ja doch nicht zu schaffen, was ich eigentlich noch so gerne tun würde…

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