In der Pharmakologie wird heute verlangt, dass ein Medikament, bevor es auf den Markt kommt, so genannte Doppelblindstudien durchläuft. Wie viele genau verlangt werden, entzieht sich meiner Kenntnis, aber mindestens eine wird es auf jeden Fall sein.
Was geschieht genau bei so einer Studie? Man verabreicht einer Gruppe von Patienten ein Placebo, also eine wertlose Substanz, und einer anderen Gruppe das Verum, also das zu prüfende Medikament. Natürlich weiß keine der Testpersonen, zu welcher Gruppe sie gehört. Weil man relativ früh gemerkt hat, dass es eine Rolle spielt, ob der verabreichende Arzt Bescheid weiß, was er da verabreicht, ging man schon sehr früh zur so genannten Blindstudie über, wo man auch die Ärzte im Dunkeln ließ.
Das reichte aber noch nicht: Man stellte bald darauf fest, dass auch das Wissen der Versuchsleitung die Resultate beeinflusst. Die Doppelblindstudie war geboren.
Mit anderen Worten: Was die so genannte evidenzbasierte Medizin seit langem bekämpft, ist längst Hauptakteur in ihren Studien: Ein heilender Faktor, der weit über den Placebo-Effekt hinaus geht, und der offensichtlich im Unterbewusstsein sämtlicher Beteiligten schlummert.
Kann man es uns Alternativ-Medizinern verübeln, dass wir genau auf diesen Faktor bauen?
Das nenn ich auf den Punkt gebracht!
…besser kann man es nicht formulieren!
viele Grüße,
Jürgen
Hallo Hans-Peter,
was heißt darauf bauen? Warum müssen wir, wenn etwas funktioniert, immer ins Detail genau wissen wie und warum es wirkt? Wir Naturheilmediziner wissen, dass es Wirkung hat und auch zeigt mit dem was wir da tun. Viele Schulmediziner erbringen lediglich ihre Leistungen und wundern sich, dass sie nicht nur bei ihren Patienten kaum Wirkung zeigen, sondern dass obendrein auch nichts bei Ihnen selbst an „Wirkung“ am Ende des Monats übrig bleibt. Wer nicht genau weiß was ich damit meine sollte mal das eine oder andere Buch lesen oder Podcast hören (ich möchte jetzt keine Werbung machen). Würden sich die meisten, so wie es früher einmal war (bei unserem klassischen Hausarzt), mehr für die Belange, das Umfeld (System), den einzelnen Konstitutionstypen (siehe Akupunktur und Homöopathie) und deren Lebensweise interessieren, also den Mensch als Ganzes sehen und vor allem ein ausführliches Gespräch führen und auf die Zwischentöne hören, bräuchte es keine Doppelblindstudien. Nur so bekomme ich heraus was dem gegenüber fehlt, was er braucht und welches Medikament oder welche Therapie ihm hilft. Zur Absicherung kann ich mir dann die Apparate-Medizin noch zu nutzen machen und nicht wie es zu oft der Fall ist den Patienten ohne Gespräch zum Röntgen schicken oder was auch immer die Standartverordnung vorsieht. Dies geschieht dann alles, weil es eine Doppelblindstudie ja gezeigt hat, dass diese Verordnung hier helfen sollte. Allerdings werden hierbei, im Großteil der Fälle, nur die Symptome unterdrückt ohne die Ursache wirklich zu ergründen und zu beseitigen.
Viele Grüße
Olaf
Hallo Olaf
Bitte lies meinen Artikel nochmals. Es ging nicht um das, was Du hier beschreibst. Und ich möchte den Artikel auch nicht als Anstoß zu einer Diskussion Pro- und Contra-Schulmedizin verstanden wissen.
Gut gebrüllt, Hans-Peter!
Genau das frage ich mich schon seit langem.
Gruß
Ralf
Da dachte ich doch glatt, Blindstudie bedeutet: man guckt nicht auf den Probanden und Doppelblind bedeutet: man guckt nicht auf die Neben- und Wechselwirkungen -:))
Solch ein Denken mag ich: bei zwei offensichtlichen Gegensätzen den Bogen schlagen und logisch verknüpfen. Am Ende bleibt die Frage, warum man das nicht schon längst so gesehen hat, weil es doch so klar ist. Das nenn ich “Gehirnfitness”. Danke wiedermal.
@Olaf: “Allerdings werden hierbei, im Großteil der Fälle, nur die Symptome unterdrückt ohne die Ursache wirklich zu ergründen und zu beseitigen.” Das ist wie Henne und Ei: Liegt es an Schulmedizin, Pharma, Kassen, die diese “Therapien” anbieten oder an den Menschen, die diese Form der “Therapien” wollen?
Hatte gestern eine Frau, die nach einer Reihe von Heilversuchen 1. erklärt, dass ihr niemand helfen kann und 2. mich um Hilfe bittet. Nun wage Dich mal bei so einem Menschen an die Ursachen.
Zum Glück habe ich das mit der knallharten Zielgruppenfokussierung und dem Energieausgleich für mich begriffen und mute ihr eben ihr Schicksal zu.
Was ich noch lernen möchte: dass ich nach so einem Gespräch meinen Kassenbeitrag ohne Groll Henne und Ei gönnen kann.
Deine Bezeichnungen sind falsch. Eine Doppelblindstudie ist es bereits, wenn Patienten und behandelnde Mediziner nicht wissen, ob sie das Placebo verabreichen. Was du als Doppelblindstudie bezeichnest, ist eine Dreifachblindstudie.
Es gab doch mal auch im Bereich Psychotherapie eine große Studie, die belegte, dass für erfolgreiche Psychotherapie die Methode relativ unwichtig ist, sondern dass hier ganz andere Dinge am Wirken sind….. So wie es eben auch in der Medizin ist: das Medikament kann nur dann wirken, wenn auch dieses was-auch-immer-es-sein-mag reichlich vorhanden ist.
Aber ehrlich: bei aller Kritik an der Schulmedizin, es gibt auch gute Ärzte (kaum zu glauben, ist aber so), es gilt nur sie zu finden. Und die wirklich guten Ärzte, die wissen sehr genau um den Placebo-Effekt. Sonst könnten sie keine guten Ärzte sein.
@Katharina:
Was heisst hier “bei aller Kritik an der Schulmedizin”? Ich habe die Schulmedizin nicht kritisiert. Und ich weiss, dass es hervorragende Ärzte gibt, die wissen, dass Heilung aus mehr besteht als Chemie und Skalpell.
Hey, damit wollte ich doch nicht dich kritisieren. Sondern möchte uns alle (die wir oft Probleme mit der sogenannten “Schulmedizin” haben) daran erinnern, dass es eben auch diese anderen Ärzte gibt…. Berechtigt kritisieren sollen, dürfen und müssen wir die Schulmedizin deswegen trotzdem.
gruß
katharina