Der Papst, von Gott eingesetzt?

Aufgrund einer privaten Reinkarnationsforschung beschäftige ich mich gerade mit der Geschichte der Päpste. Und jetzt, wo ich mehr darüber weiß, bin ich noch erstaunter darüber, dass die Kirchenfürsten immer noch steif und fest behaupten, der Papst werde jeweils von Gott eingesetzt. Das kann nicht sein, zumindest nicht von dem Gott, an den diese Menschen zu glauben vorgeben.

Oder würde der Gott der Katholiken die Simonie zulassen, also das Kaufen der Papstwürde durch Angehörige von Adelsgeschlechtern, wie es vor Clemens II. (1005 – 1047) gang und gäbe war? Und hätte der Gott der Katholiken zugelassen, dass Clemens II. ermordet wird, weil er die Simonie abgeschafft und weitere Reformen in die Wege geleitet hat?

Mein Tipp an die Herren Kirchenfürsten: Hört doch endlich auf mit dem Spuk! Ihr seid doch alle studierte Menschen und solltet es besser wissen, oder?

5 Kommentare zu „Der Papst, von Gott eingesetzt?“

  1. Lieber Hans-Peter,

    das Thema findet auch in mir eine Resonanz, die sich allerdings im Laufe der Zeit verändert hat. Einer meiner Vorfahren war einer der ersten Reformatoren in Schlesien. Zuerst Priester, der sein Gelübde auf den Papst abgelegt hatte, schloss er sich dann den neuen Ideen an, heiratete und setzte 10 Kinder in die Welt. Wäre dieser Mann seinem Gelübde treu geblieben, gäbe es mich heute nicht (wahrscheinlich). Das ist systemisch für mich natürlich hochinteressant. Ich wurde ohne viel Druck normal evangelisch christlich erzogen. Als ich mit 18 oder 20 bei Eduardo Galeano las, wie die Spanier mit Kreuz und Schwert Südamerika missioniert hatten, indem Sie Millionen von Leuten in die nächste Welt schickten, war für mich das Thema durch. Mir wurde übel angesichts der Inkongruenz der ganzen Veranstaltung. Liebe predigen, Gott auf den Lippen und Andersdenkende werden abgemetzelt. Überhaupt jede Schurkerei, sei es Sklaverei, Ausbeutung, whatever liess sich im Namen des Herren durchführen. Ich trat aus dem Verein aus und wunderte mich immer ein wenig über die Leute, denen die Verlogenheiten und die Doppelmoral der Papstsekte und der anderen Sekten nicht auffielen.
    Vor einigen Jahren lernte ich dann das soziologische Modell von Clare W. Graves kennen, welches von Don Beck weiterentwickelt wurde und heute unter dem Namen Spiral Dynamics bekannt ist. In diesem Modell wird die Menschheitsentwicklung anhand von Wertesystemen beschrieben und in Entwicklungsstufen eingeteilt. Bis heute gibt es 8 Stufen und Wertesysteme. Jede Stufe ist eine Reaktion auf die vorherigen Stufen und auch eine Weiterentwicklung. Anhand dieses Modells konnte ich die ganze Menschheitsentwicklung im Groben verstehen, es macht z.B. Sinn, dass sich die Menschen Gesetze geben und sich in Glaubensgemeinschaften zusammenfinden, um einer Gesellschaft zu entkommen, in welcher alles durch das Recht des Stärkeren geregelt wird. Das ist eine zu dem Zeitpunkt sinnvolle Entwicklungsstufe. Ich muss ja auch als Siebtklässler nicht sauer auf den Viertklässler sein, weil ers einfach nicht blickt. Ein Zitat von Clare W. Graves ist “Ein Mensch hat das Recht, der zu sein, der er ist.” Also auf der Stufe zu stehen, auf der er nun mal gerade steht. Seitdem hat sich die Thematik für mich total entspannt und ich konnte auch eine neue Seite entdecken, nämlich, dass ich geprägt bin durch christliche Werte, und dass ich ein Problem habe mit der Doppelmoral, nicht mit den Werten an sich. Kurz und gut, das Kennenlernen von Spiral Dynamics hat mir gut getan, es hat mir einen Überblick verschafft, ich konnte ganz viel einordnen und verstehen und muss nicht mehr gegen die Windmühlen von Päpsten und anderen Kirchenfuzzies kämpfen. Wers noch nicht kennt, einfach mal Spiral Dynamics googeln oder Amazon durchforsten.

    Liebe Grüsse Christian

    und möge Deutschland weiter so Fussball spielen…

  2. Stefan BlohmNo Gravatar sagt:

    Hallo Hans-Peter,

    Gottes Wege sind eben unergründlich und daher kann er sich sowohl der Menschen und auch der Simonie bedienen um einen Papst einzusetzen ;)

    Beste Grüße
    Stefan

    @Christian Kurzer: Dein Beitrag ist mir einach zu lang (mann beachte das “Wortspiel”), wer soll denn das noch lesen?

  3. Hallo Hans-Peter

    Papstkritik vom Feinsten …….:
    “Julius vor der verschlossenen Himmelstür” – Erasmus von Rotterdam.
    Wer Satire liebt, sollte sich den “Klassiker” der Papstkritik
    nicht entgehen lassen. Das Werk schildert den Dialog zwischen Petrus und dem verstorbenen Papst Julius.
    Julius war wohl einer der schlimmsten Päpste aller Zeiten. Nach seinem Tod tritt er vor die Himmelspforte und begehrt Einlass. Julius argumentiert mit welch großartiger List und mit wieviel ausgefuchster Gemeinheit und Gewalt, er die Schar der kirchengläubigen vergrößert hat. Keinen Krieg hat er gescheut, und keiner Auseinandersetzung ist er aus dem Weg gegangen. Nur, Petrus bleibt hart, und Julius bleibt draußen.
    Manchmal musste ich mich vor Lachen verbiegen. Viel Spaß beim Lesen !

  4. @Stefan Blohm:

    Hallo Stefan, in Deiner Anmerkung beschreibst Du m.W. die effizienteste Methode, sich mit Inhalten auseinanderzusetzen. Kompliment!

  5. @Stefan + Christian:
    Das muss genügen. Bitte keine Flame Wars in meinem Blog. Danke!

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