Veraltete Begrüßungs- und Abschieds-Zeremonien

Am Ende einer tollen Gratis-Weiterbildung für meine Therapeuten ist mir aufgefallen, dass wir uns immer noch begrüßen und verabschieden wie vor 200 Jahren. Das ganze Zeremoniell dauerte mehr als eine Viertelstunde und man hätte meinen können, dass wir mindestens ein Jahr lang nichts mehr voneinander hören und sehen würden.

Dabei bekamen die Teilnehmer schon eine Stunde nach Schluss wieder eine Rundmail von mir mit Foto-Links, Adressliste und verschiedenen Downloads, natürlich wieder mit Begrüßungs- und Abschiedsfloskel, wie wir es gewohnt sind.

Meine Anregung:
Floskeln und Rituale sind ja schön und gut. Aber ist es wirklich noch sinnvoll, in einer Zeit, wo man ständig mit allen in Kontakt ist, so viel Zeit zu verplempern für Begrüßungen und Verabschiedungen, die sowieso keine sind, weil man sich eine halbe Stunde später schon wieder via Handy unterhält?

Und muss ich jede E-Mail, die ich an Felix Muster schicke, mit den zeitraubenden Floskeln “Lieber Felix” und “Mit herzlichen Grüßen, Hans-Peter” ergänzen, wenn wir uns täglich mehrmals anmailen?

Spricht etwas dagegen, dass wir unsere Rituale der rasanten Entwicklung in der Kommunikation anpassen?

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