Gestern haben Nany und ich uns den Film “The Hurt Locker” über Pay-per-View reingezogen. Poaaah, die Enttäuschung des Monats! Warum der so viele Oscars bekommen hat, ist mir ein Rätsel. Saufdünne Story, um nicht zu sagen “keine Story”, und vor allem lausige Kameraführung und amateurhafter Schnitt.
Seit einiger Zeit scheint in Hollywood eine neue Nachlässigkeit salonfähig zu werden, die den Besuch von Filmhochschulen überflüssig macht. Es wird nicht nur alles aus der Hand gefilmt, nein, man rüttelt noch absichtlich und unmotiviert mit der Kamera in der Gegend herum. All das, was man früher an Amateurfilmern kritisiert hat, wird jetzt zum Kult erhoben. Hat der Kameramann Lust, mal eben ruckartig den Zoom zu bewegen: Aber ja doch, mach’ ruhig; wir werden es als Stilmittel verkaufen! Und was die Kamera nicht kaputtmacht, das wird beim Schnitt noch besorgt. Mal eben einen Achssprung oder einen Anschlussfehler einbauen? Warum nicht, merkt ja eh’ keiner. Und die, die’s merken, zeichnen den Film noch aus für besonderen “Reality Touch” oder wie immer das Stichwort lautet für diese stümperhaften Machwerke.
Wenn die Storys schon nichts mehr bewegen, bewegen wir doch wenigstens die Kameras nach Herzenslust!
Arme Filmhochschul-Professoren, was wollt Ihr Euren Studenten in Zukunft noch beibringen?