Immer wieder treffe ich auf selbsternannte “Ernährungs-Experten”, die mir weismachen wollen, dass der menschliche Körper automatisch Insulin produziere, wenn er etwas Süßes auf der Zunge spüre. Damit will man den lieben Mitmenschen vor allem den Konsum künstlicher Süßstoffe madig machen.
Dass die vermutlich nicht gesund sind, sei hier nicht diskutiert. Ich habe lediglich ein paar Fragen zu obiger Aussage:
- Ich vermute doch eher, dass der Körper eine chemische Analyse vornimmt und nicht eine geschmackliche. Wie sollte er sonst die Menge des Insulins bestimmen können?
- Wenn die Feld-Wald-Wiesen-Ernährungstechniker Recht hätten und der Körper nicht auf die Chemie, sondern auf den Geschmack reagierte, müsste er dann nicht auch eine Arsen-Attacke überleben, sofern man das Arsen geschmacklich gut verpackt?
- Wenn die Feld-Wald-Wiesen-Ernährungstechniker Recht hätten, müsste bei Typ-I-Diabetikern nach Einnahme von Süßstoffen nicht logischerweise der Blutzuckerspiegel steigen?
- Da die Geschmacksknospen für “süß” vor allem an der Zungenspitze zu finden sind, was passiert mit der Insulin-Produktion, wenn ich richtigen Zucker an der Zungenspitze vorbei schmuggle? Besteht da etwa Hoffnung für Diabetiker?
Versteht mich bitte richtig. Hier geht es nicht um Erfahrungswerte wie bei der Homöopathie. Hier geht es um die klare Aussage, der Körper produziere aufgrund der Information “süß” bereits Insulin. Und diese Aussage kann man überprüfen. Bis jetzt halte ich die Aussage für eine der berüchtigten “urban legends” und diejenigen, die sie zu Markte tragen, für Wichtigtuer. Ich lasse mir aber gerne das Gegenteil beweisen.