Etliche Leser schickten mir die Nachricht, dass Bärbel Mohr, Autorin der “Bestellungen beim Universum”-Serie, kürzlich an Krebs verstorben sei. Einige nehmen auch Bezug auf den Tod der Mentaltrainerin und Ex-Silva-Trainerin Elke Rickenbach, die vor einiger Zeit ebenfalls an Krebs verstarb, und sie fragen, warum ausgerechnet solche Leute Krebs bekämen.
Solche Fragen entspringen der alten Annahme, dass der Tod eine Strafe sei, was nicht unbedingt meiner Auffassung von Spiritualität entspricht. Eine besondere Herausforderung dürfte so etwas lediglich für die Angehörigen sein, für die ich tiefes Mitgefühl empfinde. Insbesondere Bärbel Mohrs neunjährige Zwillinge haben dadurch ein ausnehmend schweres Schicksal zu tragen.
Was mich in solchen Momenten am meisten interessiert, ist die Frage, wie ein Mensch, der sein halbes Leben lang gepredigt hat, dass der Geist über die Materie herrsche, sich in so einer Ausnahmesituation verhält, das heißt, ob er sich nicht doch auf einmal an Operationen und Chemie klammert. Von Bärbel Mohr weiß ich es nicht; dieser Artikel in ihrem Blog lässt bestenfalls Spekulationen zu. Von Elke Rickenbach weiß ich es.
In den standardisierten Hypnose-Skripten der Silva-Methode, hieß es noch: “Ich werde niemals lernen, die Krankheit, die man Krebs nennt, zu produzieren.” Wie meschugge so eine Suggestion ist, haben die deutschsprachigen Silva-Trainer irgendwann erkannt und sinngemäß durch etwa folgende Suggestion ersetzt: “Ich werde geistig und körperlich immer vollständig gesund sein.”
Letzteres ist allerdings in meinen Augen genau so daneben. Warum sollte man dem Universum verbieten, einen der wirksamsten Botschafter für wichtige Entwicklungsschritte, die Krankheit, vorbeizuschicken? Das ist doch etwa das Gleiche, wie wenn ich einem Lehrer sagen würde, er solle mir bitte nichts beibringen, weil Lernen so schmerzhaft sei.
Meine tägliche Bitte ans Universum lautet so: “Bitte lass’ mich die Botschaft erkennen in allem, was ich in mein Leben ziehe. Wenn die Botschaft auf einen Entwicklungsschritt hindeutet, gib mir die Kraft, den Schritt zu tun. Und wenn die Krankheit bedeutet, dass mein Leben zu Ende ist, lass’ es mich in Demut annehmen.”