Was heißt eigentlich “wissenschaftlich belegt”?

Ich schreibe gerade einen Artikel zum Thema Radionik. Und da verkünde ich unter anderem, dass Radionik nicht wissenschaftlich belegt sei. Beim Schreiben dieses Satzes fiel mir auf, dass das, was wir Wissenschaft nennen, offenbar nur das umfasst, was wir berühren oder messen können.

Wenn diese Definition allgemein anerkannt sein sollte, dann hätten unsere Universitäten ein großes Problem. Dann gibt es nämlich keine Geisteswissenschaften. Wie soll man das Geistige jemals messen, geschweige denn berühren können. Und auch die medizinischen Fakultäten müssten ihre Tore sofort schließen, denn etwas vom ersten, was man im Medizinstudium hört, ist der Satz “Medizin ist keine exakte Wissenschaft”. Das stimmt, denn sonst könnten mittlerweile längst Computer und Roboter diesen Job übernehmen. Nicht umsonst wird in alten Büchern von Heilkunst gesprochen, wenn von der Medizin die Rede ist. Und dass man Kunst nicht messen oder beweisen kann, wird selbst Skeptikern einleuchten.

Wenn die Mediziner und Pharmakologen von “wissenschaftlichen Studien” sprechen, was genau haben sie da studiert? Hundert Brustkrebs-Patientinnen haben eine bestimmte Chemotherapie bekommen, und zwanzig sind wieder gesund geworden. Ist das eine aussagekräftige Studie? Ist die Chemotherapie wirklich das einzige, was diese Frauen bekommen haben zwischen der Diagnosestellung und der Remission? Wenn Medizin keine exakte Wissenschaft ist und wenn die Geisteswissenschaften sich weiterhin Wissenschaften nennen sollen, dann müsste auch untersucht werden,

  • wie jede einzelne Patientin auf die ärztliche Zuwendung reagiert,
  • wie stark der Lebenswille jeder Patientin ist, und zwar nicht nur der, den sie ihren Angehörigen gegenüber mitteilt, sondern auch der, der wirklich vorhanden ist (da gibt es fast immer eine Riesen-Diskrepanz!),
  • welche unverarbeiteten Traumata jede einzelne Patientin mit sich schleppt,
  • wieviel echte Lebensfreude bei jeder Patientin noch vorhanden ist,
  • wie sehr sich jede Patientin systemisch verwurzelt fühlt,
  • wie gut sich jede Patientin in ihr soziales Umfeld eingebettet fühlt.
Solange eine Studie nicht all diese Faktoren berücksichtigt (und mit Sicherheit fehlen da noch welche), sind sie wissenschaftlich wertlos und gehören in den Müll… oder in die PR-Abteilungen der Pharmakonzerne, was ungefähr dasselbe ist ;-)

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