Worum geht’s?
FinalCutPro, die professionelle Videoschnitt-Software von Apple, die in vielen Profi-Studios seit Jahren Standard ist, kam kürzlich als neue Version heraus. Das Revolutionäre: Man kann sie direkt über den App Store herunterladen, und sie kostet etwa viermal weniger als die früheren Versionen. Außerdem enthält sie ein paar tolle Features, die man sich schon lange gewünscht hat. Doch die Profis sind stinkesauer, denn Apple hat hier nicht ein FinalCutPro geliefert, sondern eine Art iMoviePro.
Nachdem ich gestern versucht habe, ein Projekt mit der neuen Version zu schneiden, und wieder zur alten zurückgekehrt bin, verstehe ich, warum bei den Profis so viel Aufruhr herrscht: Was hat sich Apple eigentlich dabei gedacht, eine Software, die in zahlreichen Profi-Studios in Ausbildungsplänen und Workflows ihren festen Platz hat, so grundlegend umzuschreiben? Das geht meinetwegen bei einem Amateur-Programm wie iMovie, aber doch nicht bei einer professionellen Anwendung.
Apples Marketing-Strategie, den Markt nicht erst zu fragen, sondern ungefragt ein innovatives Produkt auf den Markt zu werfen, hat uns schon viele tolle Geschenke beschert. Ein iPhone oder ein iPad wären nie entstanden, wenn Apple zuerst den Markt gefragt hätte, ob er so etwas braucht. Bei FinalCut hätte es aber definitiv nicht geschadet, wenn man sich die Meinung von ein paar Profis eingeholt hätte.
Ich kann nur hoffen, dass Apple den Fehler einsieht und die alte Version weiter unterstützt. Ich bin sicher, die tollen neuen Features lassen sich auch in die bestehende Philosophie einbauen.






Ausbilder für Klinische Hypnose, Erfolgs-Trainer und Bestseller-Autor, schreibt hier über alles, was bewegt.