
3D-Fernseher (Quelle: www.samsung.com/ch)
Es war wieder einmal ein interessantes Einkaufserlebnis:
Erster Versuch:
Interdiscount Metalli in Zug. Ein 3D-Fernseher von Samsung und einer von Panasonic laden zum Probeschauen ein. Ziemlich verschmutzte Brillen liegen da herum. Ist klar, dass keiner der Mitarbeiter Zeit hat, die zu putzen, obschon etliche davon untätig in der Gegend herum stehen. Ich setze eine davon auf und versuche sie einzuschalten. Ohne Erfolg. Beim Panasonic-Fernseher, der ein anderes System und daher eine andere Brille verwendet, funktioniert die Brille, aber der Bildschirm zeigt kein 3D-Signal. Ich frage nach. Großes Schulterzucken bei den Mitarbeitern (ich nenne sie absichtlich nicht Verkäufer, weil sie eher die Bezeichnung “Verkaufsverhinderer” verdienen). Die Samsung-Brillen sind offenbar defekt, und man merkt es erst jetzt.
“Gut,” sage ich. “Ich komme morgen wieder. Denken Sie, dass Sie bis dann funktionierende Brillen haben?” Das “Ja, müsste” nehme ich als Bestätigung. Immerhin ist ein besonders netter Mitarbeiter interessiert genug, um mir ein paar Datenblätter auszudrucken.
Zweiter Versuch:
Interdiscount Metalli in Zug. Der Mitarbeiter vom Vortag hat leider heute frei. Ich frage drei untätig herumstehende junge Männer, ob der 3D-Fernseher von Samsung jetzt funktioniere. “Der Fernseher ja, aber wir können nichts vorführen; der BluRay-Player ist ausgestiegen.” “Und das ist der einzige Player im ganzen Geschäft?” frage ich. Aber eigentlich bin ich schon weg, denn ich ahne, dass das hier nichts wird.
Dritter Versuch:
Ein Anruf bei m-electronics im Einkaufszentrum Zugerland. “Ich wollte fragen, ob Sie 3D-Fernseher führen?” “Da muss ich fragen,” sagt der junge Mann, der mit Sicherheit auf seiner Visitenkarte “Verkaufsberater” stehen hat und noch nicht dazu gekommen ist, einmal durch sein Geschäft zu laufen und zu sehen, was es da so alles Schönes gibt. Nachdem er mir versichert hat, dass es welche gibt, frage ich, ob der heute noch geliefert werden könnte, wenn man ihn sofort bestellte. Eine Traumfrage für jeden Verkäufer, denn sie deutet darauf hin, dass der Verkauf schon fast abgeschlossen ist. Die Antwort von Mister m-electronic: “Nein, wo denken Sie hin! Das dauert mindestens 14 Tage!”
Ich nehme alles zurück, was ich in meinem Power-Letter über Verkaufs-Seminare gesagt habe und bin jetzt doch der Meinung, man sollte die Menschen weiterhin im Verkaufen schulen.
Vierter Versuch:
Ich bin ja auch blöd, immer nur in Discount-Geschäften nachzufragen. Wofür gibt es Fachgeschäfte? Und in Zug trägt das einzige solche erst noch denselben Namen wie ich, obwohl wir weder seelenverwandt noch verschwägert sind. Der Verkäufer versucht, mir 3D-Fernsehen auszureden. Der 3D-Effekt sei unbefriedigend, es gebe noch zu wenig 3D-Filme, und überhaupt, es ermüde und mache Kopfweh. Er versucht, mir einen 2D-Loewe-Fernseher schmackhaft zu machen (der kleiner ist und gleich viel kostet wie mein späterer 3D-Fernseher), und ich bin drauf und dran, ihm zu glauben. Immerhin ist er doch ein Fachverkäufer!
Fünfter Versuch:
Firma Fust, oben im Coop City in Zug. Der Sohn portugiesischer Einwanderer, und ich nenne seinen Namen gern, Diogo Ferreira, entpuppt sich als der TV-Spezialist. Er ist der Erste, der mich darauf aufmerksam macht, dass Samsung-Geräte der neuesten Generation auch fähig sind, aus 2D-Material 3D-Bilder zu machen. Und noch gar nicht mal so schlecht! Eine HD-Sendung auf National Geographic, auf 3D hochgerechnet, ist jedenfalls so geil, dass auch ich mir jetzt gerne Naturfilme anschaue, sehr zur Freude von Nany, die sich so etwas schon zur Stummfilmzeit massenweise reingezogen hat 
Und echtes 3D-Material schießt natürlich den Vogel ab. Da wird Fernsehen zum Kino-Erlebnis der Sonderklasse. Also, Herr Ferreira, sollten Sie das lesen, dann wissen Sie, dass wir happy sind mit unserem Kauf. Und auf Ihre tolle Beratung können Sie sich etwas einbilden!