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So war es früher
Stellen Sie sich vor, Sie sind Hobbygärtner. Eines Tages bekommen Ihre Tulpen ganz rote Blätter. Sie nehmen sich vor, beim nächsten Treffen Ihres Gartenvereins zu fragen, ob jemand diese Krankheit kennt und was man dagegen tun kann. Zwei Tage vor diesem Treffen segnen Ihre Tulpen unwiederbringlich das Zeitliche.
So ist es heute
Dem Internet-Benutzer kann das nicht passieren. Er wirft bei den ersten Krankheitssymptomen seinen Computer an und schickt eine Nachricht an die Newsgroup "rec.flowers.tulips". Da unser Hobbygärtner nicht so gut englisch kann, klingt das etwa so: "Can sambady me say what it is when the tulips have red liifs?"
In den nächsten zwei Tagen werden 200'000 Hobbygärtner in aller Welt diese Meldung lesen, 199'995 werden sich fragen, was das für eine Sprache sein soll, fünf werden die Frage verstehen, und einer, ein indischer Weiser, wird antworten: "Prease, turips with red reaves is sign from Shiva. Must do meditation together with turips, at full moon." Der Hobbygärtner wird den Rat befolgen und bei Vollmond meditieren. Und tatsächlich, er wird sich besser fühlen, auch wenn die Tulpen das Zeitliche segnen sollten. Er wird wissen, dass die Tulpen immer noch da sind, nur einfach in einer anderen Dimension.
Nicht nur für Hobbygärtner!
Natürlich gibt es nicht nur Newsgroups für Hobbygärtner. Vom Kochrezept über den Schwulentreff bis zur Yogagruppe ist alles vertreten.
A propos Sex: Das Internet ist quasi ein rechtsfreier Raum. Ein Land kann zwar verbieten, dass auf seinen Servern pornographisches Material gespeichert wird, aber dann eröffnet der smarte Internetler einfach einen Server in Timbuktu oder sonstwo, und die ganze Welt kann darauf zugreifen. Das interessiert Sie selbstverständlich nicht! Ich wollte es Ihnen nur mitteilen, damit Sie nicht erschrecken, wenn Sie auf einmal das Playgirl des Monats auf Ihrem Bildschirm vorfinden.
Empfohlenes Programm:
Newsgroups benötigten früher einen Newsreader. Heute läuft das alles über Ihren Browser. Um eine bestimmte Newsgroup zu finden, gehen Sie zu Google und klicken Sie dort auf "Groups"
Zu viel leeres Geschwätz?
Wenn die Newsgroups für Ihren Geschmack zu viel Geschwätz enthalten, dann sollten Sie sich entweder nach moderierten Newsgroups oder nach Mailing-Listen umsehen.
Eine moderierte Newsgroup ist wie ein Schwarzes Brett, neben dem ein Polizist steht, der Ihnen sagt, was Sie da hinhängen dürfen und was nicht. Die Qualität des Schwarzen Brettes ist dann direkt proportional zum Intelligenz-Quotienten des Polizisten (Uuups... gibt es das überhaupt?)
Eine Alternative sind auch Mailing-Listen. Angenommen, besagter Polizist interessiert sich für das Thema "IQ bei Polizisten", dann würde er auf einem Server eine Mailing-Liste mit dem Titel "polizeIQ" einrichten und die frohe Kunde unter seinen Kollegen verbreiten. Diese würden dann ein E-Mail an "listserv@polizei.com" (oder so ähnlich) schicken mit dem Text "SUBSCRIBE polizeIQ". SUBSCRIBE heißt Abonnieren. Und von da an würde jeder Abonnent die neusten Daten über den IQ bei Polizisten via E-Mail erhalten.
Wie man die Adressen von guten Listen erfährt?
- Von guten Kollegen
- Aus guten Büchern (z.B. Internet Yellow Pages)
- Mit Suchmaschinen. Tippen Sie "Mailing Lists" ein. Ich bin sicher, Sie werden mit mehreren Web-Sites bekannt gemacht, die Ihnen ganze Listen von Listen liefern.
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