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"Löffelbiegen? Hechel, hechel... das muss ich können!"
So klingt so manches E-Mail, das ich in den letzten Jahren bekommen habe. Immer mal wieder liest ein lieber Zeitgenosse, dass man in meinem Grundlagen-Seminar auch lernt, wie man Chromstahllöffel verbiegt. Es ist ihm egal, warum ich das tue; er möchte einfach bei der nächsten Party Eindruck schinden. [...] Zu meinem Seminar darf er nicht kommen, solange es ihm nur um diese lächerliche Löffelbiegerei geht (Unter uns gesagt: Das Löffelbiegen ist bei weitem NICHT der spannendste Teil meines Seminars!)
"Ich habe mich schon immer für Okkultes interessiert!"
So erzählt er dann weiter, der Party-Löwe. Worauf ich ihm erkläre, dass Löffelbiegen so wenig mit Okkultismus zu tun hat wie der Papst mit Jesus Christus.
Man verzeihe mir, wenn ich hier nicht zum x-ten Mal die physikalischen Grundlagen für das Löffelbiegen liefere. Ein oder zwei Bücher zum Thema "Neue Physik" genügen, um zu begreifen, dass sowohl der Löffel wie auch wir Menschen mehrheitlich aus Energie bestehen.
Warum muss es dann ausgerechnet ein Chromstahl-Löffel sein und nicht einer aus Plastik oder Platin? Keine Ahnung. Vielleicht ist die Mikrostruktur des Chromstahls besonders dazu geeignet, dass man sie ein wenig durcheinander bringen kann.
Aber meinetwegen, dann hat es halt doch noch ein Quäntchen Unerklärliches dabei. Wie sagte schon Shakespeares Hamlet: "Es gibt mehr Ding' im Himmel und auf Erden, als eure Schulweisheit, der Papst und Hugo Stamm sich träumt."
"Wozu soll das dann gut sein?"
Das ist eine gute Frage, und ich habe mir schon oft überlegt, ob ich das Löffelbiegen an meinen Seminaren ganz weglassen sollte. Allerdings melden die Teilnehmer fast durchs Band weg, dass der verbogene Löffel für sie eine Metapher dafür sei, ihre Grenzen permanent zu erweitern und mit dem Wort "unmöglich" etwas vorsichtiger umzugehen.
Damit haben sie natürlich recht. Stellen Sie sich nur vor, Sie hätten jemandem vor hundert Jahren die Fernbedienung Ihres Fernsehers erklärt. Sie wären mit Sicherheit als Okkultist verschrien worden (vor allem, weil es damals noch keine Fernseher gab ;-)
Heißt das nun, dass ALLES möglich ist? Das wage ich zu bezweifeln. Ich bin zwar der Meinung, dass der Mensch eine unsterbliche Seele ist, und dass für diese Seele gemäß dem holistischen Weltbild tatsächlich alles möglich ist. Aber in dieser irdischen, materiellen Dimension sind uns Grenzen gesetzt. Diese Grenzen gilt es zu erkunden. Das kann man mit Löffelbiegen tun... oder mit sinnvolleren Übungen im Manifestieren. Zum Beispiel, indem man sein Leben spannend und lehrreich macht.
"Also, wie geht das jetzt?"
1.
Kaufen Sie sich einen Löffel aus Chromstahl, und zwar am besten einen Esslöffel. Achtung: Gestohlene Löffel biegen sich erstens nicht so leicht, und zweitens verursacht ihr Anblick jedesmal ein schlechtes Gewissen.
Wie hart der Löffel sein darf, hängt von Ihrer persönlichen Energie und Vorstellungskraft ab. Sie können ja mit einem etwas weniger harten beginnen und sich später steigern. Profis können auch Gabeln und sogar zentimeterdicke Eisenstangen biegen (Den Eiffelturm lassen Sie aber bitte in Ruhe, ja?)
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2.
Nehmen Sie den Löffel in die linke Hand zwischen Daumen und Zeigerfinger, und zwar möglichst an der schlanksten Stelle. Jaja... später können Sie sich auch an die dickeren Stellen wagen. Aber als Anfänger müssen Sie sich ja nicht unnötig das Leben schwer machen, oder?
Halten Sie einen guten Kontakt zum Löffel, aber verkrampfen Sie die Finger nicht, sonst blockieren Sie den Energiefluss. |
3.
Schließen Sie die Augen und gehen Sie gedanklich Ihre Chakren durch. Wie bitte? Sie wollen sich mit Metaphysik befassen und kennen nicht einmal die Energiezentren in Ihrem Körper? Na gut, dann helfe ich Ihnen halt. Stellen Sie sich der Reihe nach die einzelnen Chakren vor, zusammen mit der dazu passenden Farbe (Nix okkult! Die Existenz der Chakren ist längst messtechnisch nachgewiesen! Mehr dazu auf der Homepage von Gerhard Eggetsberger)
| Chakra |
Lage entlang der Wirbelsäule |
Nachgewiesene Entsprechung im endokrinen System |
Vermutete seelische Entsprechung |
Farbe |
| Wurzel-Chakra |
Höhe Musculus pubococcygeus, unterhalb des Steißbeins |
Nebennieren |
Sicherheit,
Verwurzeltsein,
Geerdetsein,
materieller Erfolg |
rot |
| Sexual-Chakra |
Eine Handbreit unterhalb des Bauchnabels |
Gonaden
(Frau: Eierstöcke;
Mann: Hoden) |
Sexualität,
Geschlechterrolle,
Kreativität |
orange |
| Bauch-Chakra |
Eine Handbreit oberhalb des Bauchnabels |
Bauchspeicheldrüse |
Verzeihen
Loslassen |
gelb |
| Herz-Chakra |
Höhe des Herzens |
Thymusdrüse |
Bedingungslose Liebe
(schließt auch den Papst und Hugo Stamm mit ein ;-) |
grün |
| Hals-Chakra |
Höhe Kehlkopf |
Schilddrüse |
Kommunikation |
blau |
| Stirn-Chakra |
Zwischen den Augenbrauen |
Hirnanhangdrüse |
Intuition |
indigo (blau-violett) |
| Scheitel-Chakra |
Höchster Punkt des Kopfes |
Zirbeldrüse |
Spirituelles Bewusstsein,
Verbindung zum Ganzen,
Gott |
violett |
4.
Wenn Sie die Chakra-Übung richtig durchgeführt haben, werden Sie spüren, dass Sie bereits mehr Energie im Körper haben. Vielleicht spüren Sie vorne in den Fingerspitzen schon jetzt ein leichtes Pochen. Stellen Sie sich vor, Sie würden diese Energie in den Löffel hinein geben und ihn damit ganz weich und gefügig machen. Stellen Sie sich jetzt schon vor, wie der Löffel aussehen wird, wenn er gebogen ist.
Wenn Sie übrigens bei geschlossenen Augen keine klaren Bilder sehen, seien Sie froh. Denn wenn die inneren Bilder einmal so aussehen wie die äußeren, wird man Sie wegen Halluzinationen einsperren und möglicherweise auf Schizophrenie behandeln.
Was ich sagen will: Vielleicht haben Sie mehr so ein Gefühl für ein Bild, oder Sie verarbeiten eher gedanklich. Wie immer Sie innerlich arbeiten, es ist okay, und Sie können es!
5.
Wecken Sie etwas zusätzliche Energie, indem Sie ein paar Mal tief einatmen und dabei den Schließmuskel fest anspannen. Halten Sie die Luft an, während Sie den Schließmuskel angespannt halten.
Erklärung für Kölner und andere Nicht-Fachleute: Der Schließmuskel, also dat is der Muskel, der wo jebraucht wird, wenn man auf dem Klo fertisch is, verstehste? (Kölner, bitte nicht anrufen, sonst lassen wir Euch den Dom nicht in Kölle, oder wir verbiegen ihn!)
Erklärung für Fachleute: Der Schließmuskel ist der Musculus pubococcygeus, zwischen Steißbein und Schambein. Nach indischer Tradition sitzt dort das Reservoir der Lebensenergie (Kundalini, Prana, Mana, Qi, oder wie immer man es nennen will)
6.
Praktizieren Sie den Feueratem. Der geht so: Legen Sie die Zunge an den oberen Gaumen, genauer gesagt, zwischen Gaumen und vordere Zahnreihe, und atmen Sie ganz kräftig durch die Nase ein, und dann kurz und heftig durch den Mund aus. Tun Sie das viermal nacheinander. Warten Sie dann etwa zwei Minuten und stellen Sie sich vor, dass Sie Energie in den Löffel hineinpumpen.
| Stellen Sie sich vor, dass der Löffel zwischen Daumen und Zeigefinger ganz weich und geschmeidig wird. Stellen Sie sich vor, wie er aussehen wird, wenn er gebogen ist, zum Beispiel so: |
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7.
Stellen Sie sich die Sonne am Abend vor, wenn sie als glühend rote Kugel am Horizont steht. Stellen Sie sich vor, es würden sich kleine Feuerbällchen von der Sonne lösen, die immer näher kommen und sich über Ihren Kopf, die Schultern, die Arme und die Hände entladen, in den Löffel hinein gehen und ihn glühend heiß und weich machen. Halten Sie diese Vorstellung eine Weile aufrecht.
8.
Stellen Sie sich vor, wie es wäre, wenn Energie aus der Erde aufstiege in Ihren Körper. Stellen Sie sich einen permanenten Energiestrom vor, der über Ihre Füße, Beine, Gesäß, Rücken, Schultern und Arme in die Fingerspitzen und in den Löffel hinein fließt.
9.
Und jetzt kommt das Finale: Stellen Sie sich alle drei Energiequellen vor, die Sonne, die Erde und den Feueratem. Praktizieren Sie nochmals den Feueratem. Sagen Sie dann innerlich zu sich: "Ich zähle in einem Augenblick von 10 bis 1. Bei 1 werde ich den Löffel in die Hand nehmen und ihn biegen." Zählen Sie dann von 10 bis 1. Nehmen Sie den Löffel in die Hand und biegen Sie ihn. Wenn Sie so schöne Kringel machen wollen wie in unserem Bild, sollten Sie darauf achten, dass Sie am Anfang ein wenig schräg biegen, sonst kommen Sie nicht am "Suppenteil" vorbei.
Am Anfang müssen Sie zum Biegen noch etwas Kraft aufwenden. Sie werden aber feststellen, dass der Löffel an der bearbeiteten Stelle deutlich weicher ist als vorher. Wenn Sie zweifeln, beschaffen Sie sich einen pickelharten Löffel oder eine Eisenstange. Dann werden Sie allerdings die Energie-Übungen wesentlich länger durchführen müssen, um zum Ziel zu gelangen. [...]
Haben Sie Fragen zum Löffelbiegen?
Dann schreiben Sie sie auf und legen Sie sie bei Vollmond aufs Fensterbrett. Ich habe Wichtigeres zu tun ;-)
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