Hypnose-Tipp
Nr. 1

für Ärzte, Zahnärzte und Pflegepersonal

 
             
 

Wie Sie chemische Anästhetika einsparen können...

 
             
 
             
 

Haben Sie schon einmal etwas gehört von hypnotischer Anästhesie und sich möglicherweise gefragt, ob das sehr schwierig zu lernen sei?
Nun, ich habe eine Überraschung für Sie: Die Grundlagen der hypnotischen Anästhesie sind in ein paar Tagen spielend zu lernen. Sie sind übrigens auch Bestandteil meiner Hypnose-Zertifizierung, die ich regelmäßig durchführe.

Ich möchte Ihnen jedoch hier einen Tip geben, mit dem Sie SOFORT Resultate produzieren können. Sagen Sie beim nächsten Mal, bevor Sie die chemische Anästhesie einleiten, zu Ihrem Patienten:

Wir werden gleich mit der Anästhesie beginnen, und um es für Sie sehr einfach zu machen, möchte ich, dass Sie genau das tun, was ich Ihnen sage. Öffnen Sie Ihre Augen ganz weit. Ich schließe sie jetzt für Sie (Streichen Sie Ihrem Patienten von oben nach unten über die Augen). Jetzt tun Sie so, als ob Sie Ihre Augen nicht mehr öffnen könnten. Tun Sie einfach so, als ob Ihre Augenlider so tief entspannt sind, dass Sie sie nicht mehr öffnen können. Das ist alles, was Sie tun müssen. Tun Sie so, als ob Sie Ihre Augen nicht mehr öffnen könnten. Wir beginnen jetzt gleich mit der Narkose, und bald werden Sie in Ihrem Zimmer aufwachen. Die Operation wird vorbei sein, und Sie befinden sich auf dem Weg zur Besserung. Tun Sie einfach so, als ob Sie Ihre Augen nicht mehr öffnen könnten, und wir beginnen gleich mit der Narkose.

Zahnärzte können diese Suggestion auch für lokale Anästhesie anwenden, etwa wie folgt:

Wir werden gleich mit der Anästhesie beginnen, und um es für Sie sehr einfach zu machen, möchte ich, dass Sie genau das tun, was ich Ihnen sage. Öffnen Sie Ihre Augen ganz weit. Ich schließe sie jetzt für Sie (Streichen Sie Ihrem Patienten von oben nach unten über die Augen). Jetzt tun Sie so, als ob Sie Ihre Augen nicht mehr öffnen könnten. Tun Sie einfach so, als ob Ihre Augenlider so tief entspannt sind, dass Sie sie nicht mehr öffnen können. Das ist alles, was Sie tun müssen. Tun Sie so, als ob Sie Ihre Augen nicht mehr öffnen könnten. Solange Sie Ihre Augen geschlossen halten und so tun, als ob Sie sie nicht mehr öffnen könnten, wird Ihr Kiefer völlig gefühllos sein, und Sie können träumen von einem wunderbaren Urlaubstag. Tun Sie einfach so, als ob Sie Ihre Augen nicht mehr öffnen könnten, und wir beginnen gleich mit der Anästhesie.

Diese Suggestion umgeht die Kritikfähigkeit des Patienten und etabliert selektives Denken, zwei wichtige Voraussetzungen für Hypnose. Zahlreiche Anästhesisten haben diese Methode ausprobiert und berichten davon, dass sie mit 25 bis 35 Prozent der üblichen Menge an chemischen Anästhetika auskamen. Doch selbst wenn Sie beschließen, mit 80 oder 100 Prozent zu operieren, werden Sie feststellen, dass Ihr Patient sich schneller erholt und die Gefahr unerwünschter Nebenwirkungen wesentlich reduziert ist.
Mein Tip, falls Sie damit experimentieren möchten: Beginnen Sie mit einer stark reduzierten Dosis, und halten Sie eine genügende Menge des Anästhetikums bereit, so dass Sie sofort reagieren können, falls es nötig wird. Für Ihr Feedback bin ich Ihnen dankbar.

Leider machen viele Ärzte auch bei "harmlosen" Injektionen den Fehler, dass sie dem Patienten ankündigen, "es werde jetzt gleich etwas wehtun". Das ist eine sogenannte Prestige-Suggestion, das heißt eine Suggestion, die allein aufgrund der ärztlichen Prestige-Position vom Patienten leichter angenommen wird.
Mein Tip: Verfahren Sie genau gleich wie oben.

Warum kann man eigentlich das Schmerzempfinden beim Menschen mit ein paar einfachen Suggestionen so drastisch reduzieren? Ganz einfach: Der Unterschied zwischen der Schmerzempfindung des Menschen und derjenigen der Tiere liegt darin, dass der Schmerz des Menschen nicht nur eine Gegenwarts-Komponente, sondern auch eine Vergangenheits- und eine Zukunfts-Komponente enthält.
Wenn ich meinem Hund irrtümlicherweise auf die Pfoten trete, heult er kurz auf, weil es ihm "jetzt gerade" weh tut und weil der Schmerz ihm sagt, er solle seine Pfoten in Sicherheit bringen. Zwei Sekunden später spielt er wieder, als wäre nichts geschehen.
Ein Mensch in der gleichen Situation wird sich an all die Fälle erinnern, wo ihm jemand auf die Füße getreten ist, und zwar nicht nur wörtlich, sondern auch bildlich. Damit kommt auch noch seelischer Schmerz hinzu, was den körperlichen Schmerz zusätzlich verschlimmert. Als ob dies alles nicht genügen würde, wird der Mensch Zukunfts-Sorgen wälzen wie: "Hoffentlich ist mein Zeh nicht gebrochen. Hoffentlich tut das nicht eine ganze Woche lang weh wie letztes Mal."
Mit Hilfe einer einfachen Suggestion wie der obigen können wir die Vergangenheits- und die Zukunfts-Komponente ausschalten, und es bleibt nur noch die (schwache) Gegenwarts-Komponente.

 
             
 
             
 

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